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Den Teufelskreis brechen

Seit Monaten läuft – immer wieder in Schüben – die Diskussion über den weiteren Umgang mit dem IE6 durch zahlreiche Blogs. Die Diskussion ist nicht neu, aber sie gewinnt immer mehr an Bedeutung, je länger die Zeit fortschreitet. Wir diskutieren über die Behandlung eines Browsers aus 2001, der noch vor den Anschlägen von New York auf die Welt kam. Wir tun dies angesichts der Tatsache, daß der IE8 vor der Tür steht. Wir tun dies aber auch angesichts der Tatsache, daß der IE6 einfach nicht „sterben“ will.

Ingo Chao, das Mastermind hinter der Beschreibung der „hasLayout„-Eigenschaft und Co-Autor eines sehr empfehlenswerten Buches über CSS, hat im Blog seines neuen Arbeitgebers Xing einen Artikel zu ebendiesem Dauerbrenner-Thema geschrieben, der den Fokus anders als gewohnt ausrichtet.

Ingo sagt zu Recht, daß wir selber am derzeitigen Zustand nicht unschuldig sind, da wir jahrelang bestrebt waren, dem IE6 Sachen beizubringen, die er in Ermangelung guter Programmierung leider nicht konnte. Wir haben uns in gewissem Sinne die Grube selber gegraben, aus der wir derzeit nicht herauskommen. Da gebe ich ihm recht. Allerdings sehe ich nicht, daß wir eine große Alternative gehabt hätten. Zudem haben uns diese Tricks und Kniffe auch die eine oder andere Erkenntnis über Browser und die einzelnen Webstandards gebracht.

Der Kernpunkt zur Lösung des Problems ist ein anderer. Wir müssen uns von der irrigen Annahme verabschieden, wir könnten Pixelperfektion in allen Browsern garantieren. Wir müssen uns von der Annahme verabschieden, Pixelperfektion sei ein sinnvoller Wert. Vor allem Kunden und Grafiker müssen in meinen Augen lernen, daß Pixelperfektion nur im Bildbearbeitungsprogramm sinnvoll ist, aber nicht in unterschiedlichen Browsern.

Alle, die professionell für das Internet arbeiten, sollten wirklich begreifen, daß das Geniale des Internet seine Flexibilität ist. Im Gegensatz zu allen anderen Medien habe ich eine sehr große und sehr variantenreiche Auswahl von Möglichkeiten, Internetinhalte zu konsumieren. Ich habe viele visuelle Browser für viele Betriebssysteme, ich kann mir Inhalte vorlesen lassen oder in Braille-Schrift wandeln lassen, ich kann sie ausdrucken und ich kann die vorgegebenen Layouts selbständig durch Userstylesheets oder Änderungen am Betriebssystem verändern. Diese Felxibilität bietet mir der Print nicht. Wenn mir das Layout einer Zeitung nicht gefällt, kann ich es nicht ändern.

Wenn diese Flexibilität aber die große Stärke des Internet ist, warum versuchen dann so viele Beteiligte, sie einzuschränken? Möglicherweise, weil uns Erfahrung und Vorstellungsvermögen fehlen. Wir sollten mehr dazu übergehen, Grundlayouts zu entwerfen, die eine solide Basis für alle visuellen Darstellungen bieten, auch für den Dino IE6. Und dann können wir dazu übergehen, den Browsern, die auf dem aktuellen Stand der Entwicklung sind, mehr zu geben. Das führt in einem ersten Schritt dazu, daß nur die wenigsten Besucher die tollen Layouts sehen. Denn die meisten Menschen surfen mit einem IE und der ist auch in der kommenden Version 8 qualitativ weit hinter der Konkurrenz. Doch vielleicht entwickelt sich so heilsamer Marktdruck, daß die minderwertigen Browser von immer mehr Menschen gemieden werden. Ein wenig so, wie bei der Einführung der Umweltplaketten oder steuerlicher Nachteile für Autos ohne Kat.

Vor allem müssen wir Webentwickler den Kunden begreiflich machen, daß jede übermäßige Rücksichtnahme auf einen IE Extrakosten durch erhöhten Zeitaufwand verursacht. Diese Kosten muss der Kunde am Ende bezahlen. Wenn es ihm das wert ist, soll es uns recht sein. Aber vielleicht können wir auf diese Weise den passenden Druck erzeugen.

Keine Alternative sehe ich allerdings darin, für normale Webseiten alle IE6-Nutzer auszugrenzen und ihnen kein Layout zu geben oder am besten mittels separater Hinweisboxen auszuschimpfen. Jeder soll auch im Internet nach Belieben surfen dürfen. Aber niemand soll von mir erwarten, daß ich in diesem schnelllebigen Medium einem acht Jahre alten Browser die gleiche User Experience gewähre, wie einem modernen Browser. Jeder Browser sollte das bekommen, was er kann.

37 Responses to “Den Teufelskreis brechen”

  1. […] In den letzten Tagen kam erneut eine Diskussion über die Zukunft des IE6 auf. Keine Frage, der Browser ist alt, unterstützt Standards nicht wirklich und macht uns Webdesignern viel Arbeit. Jeder Browser sollte das bekommen, was er kann. F-LOG-GE […]

  2. Frank sagt:

    Kann ich nur vielfach unterstreichen.
    Ich kenne berufsbedingt Unmassen IE6 NUtzer, die müssen mit dem Browser arbeiten. Sie dann auch noch auszugrenzen oder gar zu beschimpfen ist sicher der falsche Weg, da könnte man diverse Brücken zu Themen in der Geschichte bauen, was sicher keiner will.
    Ich will die Freiheit als Anwender, wie immer mein Browser heißt.

  3. Wer redet davon, Nutzer per IE6-Box zu beschimpfen? Solche Boxen sind mit höflichen Hinweisen versehen, doch bitte auf einen modernen Browser zu wechseln, wenn möglich. (So habe ich es bei designfragen.de gemacht.)

    Mal abgesehen davon, dass ich bekanntermaßen sehr gerne IE6-Nutzer ausgrenze. Jedesnfalls bei meinen ganz eigenen Projekten.
    Aber Kundenprojekte bekommen von mir nun immer diese Hinweis-Box.

  4. Frank sagt:

    Es gibt aber sehr viele Nutzer, die das nicht beeinflussen können, ob sie das wollen oder nicht. Wie gefällt es jemandem, wenn man ein altes Auto fährt, dass nicht mehr dem Standard entspricht und damit diverse Probleme für andere Parteien macht, wenn er jedesmal beim Einsteigen einen Hinweis auf den Kauf eines neuen Modell hingewiesen wird.
    Ich bin sicher kein Verfechter des IE, egal welche Version, aber ich habe täglich das Problem, dass die Nutzer darüber nicht entscheiden können.

  5. batz sagt:

    der Trend geht momentan eh zu gigantischen Hintergrundbilder und die funktionieren pixelgenau auch in uralt-Browsern. vlt ist eine Website ja doch ein Gemälde :-p

  6. Bingo sagt:

    […] erst heute babe ich über den Zombiebrowser geschrieben. Jetzt haut Jens Grochtdreis in die selber Kerbe. Und ausserdem schreibt er noch Etwas, das ich nur ganz dick unterstreichen […]

  7. […] Den Teufelskreis brechen vom 20. Februar 2009 […]

  8. Andy Lenz sagt:

    Nach einer Twitter Follow Befragung zum Thema IE6 http://tinyurl.com/d4en6x haben wir viele @replies erhalten die einstimming weitere IE6 Optimierungen ablehnen. Auf unseren yeebase/t3n sites sind ca. 6% IE6 User unterwegs und wir haben uns jetzt klar dafür entschieden diese nicht mehr perfekt zu bediehnen. Beim aktuell laufenden t3n Relaunch wird also nicht mehr IE6 optimiert 🙂 *yippe*. Den IE6 Support stellen wir, wie viele andere Webmaster auch, anfang März zum CeBIT Beginn (03.03.) ein. Die nicht IE6 optimierten Sites liefern wir dann mit einem Warnhinweis aus. 7-8 Jahre sind genug und der Duck auf Admins von Firmen die aus verschiedenen Gründen noch mit IE6 (Sicherheitsrisiko!) unterwegs sind muß erhöht werden.

    Falls hier Webmaster mitlesen, stellt bitte auch Euren Support für IE6 ein und kommuniziert das offen. Argumentationshilfen Chefs oder Abteilungsleitern gegenüber gibt es zu hauf. Heise schreibt z.B. auch gerade wieder darüber: http://tinyurl.com/d8nz77

    Eine Microsite mit einem Listing aller Sites die Ihren IE6 Support zum 03.03. einstellen, wäre bestimmt total Medienwirksam. Da aktuell ohnehin fast alle Sites noch IE6 optimiert sind, würde ein Committment bzw. die Aufnahme in diesem Listing erstmal niemanden weh tun.

    Wir brauchen möglichst viele klare Statements um den Teufelskreis zu brechen 😉

  9. IE6 Support einstellen und den Teufelskreis brechen!…

    Jens Grochtdreis greift die leidige IE6 Diskussion auf (sehr lesenswert) und ich plädiere dafür den IE6 Support anfang März einstellen. In dem Artikel habe ich einen langen Kommentar dazu hinterlassen….

  10. Dennis sagt:

    Das Problem bei vielen wird sein, dass ihnen gar nicht bewusst ist, dass sie einen alten Browser verwenden. Ich denke da an sich so technikversierte Benutzer, die lediglich den Internet Explorer nutzen, weil er sich auf ihrem Windows-PC befindet.

    Eine Hinweisbox sensibilisiert zumindest die Benutzer, dass bei ihnen nicht alles „rund“ läuft.

  11. […] wird der Aufruf immer lauter, den IE6 endlich aussterben zu lassen. So laut, dass sogar ich ihn höre. Ich bin […]

  12. Siegfried sagt:

    Ich bin zwar kein Grafiker, habe aber mal gebastelt. Und zwar eines der so beliebten kleinen „Bänder“, die man in irgendeine Ecke des Browserfensters plaziert:

    http://www.rorkvell.de/

    Ist vielleicht nicht ganz so aufdringlich 🙂 Wer will, kann’s mitnehmen.

  13. Marc sagt:

    Der Internet-Explorer 6 macht uns Web-Entwicklern ohne Zweifel das Leben unnötig schwer. Leider gibt es immer noch viel zu viele Benutzer, die dieses alte Relikt verwenden und damit glücklich sind. Solange sich Entwickler und Designer sich den „Allerwertesten“ aufreissen, um den IE6 zu Supporten werden eben genau diese Benutzer auch weiterhin glücklich sein und den Grund für einen Browserupdate nicht einsehen. Handkehrum kann der IE6 (vor allem bei kommerziellen Applikationen) auch nicht einfach ignoriert werden, da dadurch ev. potenzielle Kunden verloren gehen.

    In Zukunft werde ich den Weg einschlagen, wie Ihn auch Google gewählt hat (mit Gmail). Benutzer, welche den IE6 (generell alte Browser) verwenden, werden darauf hingewiesen, dass die Site / Applikation womöglich nicht in vollem Umfang nutzbar ist und mit fehlerhafter Darstellung gerechnet werden muss. Das erleichtert auch die Entwicklung und spart Kosten und Zeit, wenn im IE6 nicht alles zu 100% funktionieren muss.

    Zudem ist der IE8 langsam im Kommen (einen ausführlichen Testbericht werde ich in den kommenden Tagen unter http://www.reverse-engineer.ch/techblog veröffentlichen). Das lässt hoffen, dass der IE6 nun wirklich langsam rapide an Marktanteil verlieren wird.

  14. Paul sagt:

    Die Annahme, daß das nicht unterstützen des IE6 dazu führen wird dass weniger Leute diesen benutzen halte ich für Quatsch.

    Das führt höchstens dazu, daß die Leute mit IE6 solche Seiten nicht mehr besuchen.

    Die Leute benutzen IE6 weil sie nicht in der Lage sind oder es ihnen zu mühsam ist auf einen anderen Browser umzusteigen („Der funktioniert doch gut, was soll ich was anderes benutzen! „).
    Andere haben es gar nicht selber in der Hand, mit welchem Browser sie arbeiten müssen (am Arbeitsplatz zum Beispiel). Un wenn man sich in den Firmen umsieht erschreckt man meist sehr, mit welcher alten Hardware und eben der entsprechend alten Software da gearbeitet wird.

    Wir als Webworker sollten aufhören von uns auf alle anderen zu schließen und zu meinen alle hätten einen topmodernen Rechner mit entsprechender Software zur verfügung.

    Jede Browserstatistik zeigt Dir, dass die Verbreitung des IE6 immer noch enorm ist und kein Kunde ist bereit seine Webseite für diese Nutzer eine andere/schlechtere Darstellen in Kauf zu nehmen (nur um idealistische Ziele zu erreichen)
    Das wird sich erst ändern, wenn der ganze alte Schrott aus den Firmen und Arbeitszimmern verschwunden ist und dann da Rechner mit Windows7 und IE8 stehen.
    Und dann werden wir in zehn Jahren wieder diskutieren, warum die Leute immer noch IE8 und nicht endlich IE12 benutzen…

  15. Robert sagt:

    Was mich mal interessieren würde… ich lese immer (und – zugegeben – sehe es auch an unseren eigenen Webstatistiken) dass ja so viele User den IE6 noch benutzen. Ich frage mich, was sind das eigentlich für User? Veteranen, die sich nicht von einem alten Computer trennen können? Oder überwiegend Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz mit dem IE6 unterwegs sind und von ihrem Arbeitgeber kein anderes Werkzeug bekommen?

    Falls es letzteres ist – dann müssen eigentlich nur die Leute den IE6 weiter unterstützen, die aus beruflichen Gründen darauf angewiesen sind, dass ihre Seiten vom IE6 ordentlich dargestellt werden. Macht das wirklich so viele Webseiten aus?

    Nein, die Frage soll nicht provokant gemeint sein – Ich frage mich nur, was sich eigentlich hinter einem IE6-Nutzer verbirgt. Wenn ein Mitarbeiter in seiner Mittagspause meine Website nicht richtig dargestellt bekommt, ist das zwar schade, aber prinzipiell sollte er die Seite dann vielleicht besser von zu Hause aus aufrufen. Ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter darauf angewiesen sind, das Web in seiner „vollen Pracht“ genießen zu müssen (Webdesigner, Onlineredakteure, was auch immer) wird ja wohl kaum noch den IE6 einsetzen. Außer vielleicht zum Testen.

    Noch ein anderes Thema; ich zitiere kurz einen Vorgängerkommentar:

    „Wir als Webworker sollten aufhören von uns auf alle anderen zu schließen und zu meinen alle hätten einen topmodernen Rechner mit entsprechender Software zur verfügung.“

    So wie ich das Internet kennengelernt habe, hat man meistens versucht, möglichst nah am letzten Stand der Dinge zu sein. Und wer argumentiert wie im Zitat, dessen Seiten lassen sich dann ja auch hoffentlich innerhalb von wenigen Sekunden mit einem 56- oder auch nur 33k-Modem aufrufen, gelle? 😉 In Zeiten, in denen die meisten Webseiten 500+ KB auf die Waage bringen, darf ich mal annehmen, dass die meisten Webseitenbetreiber sich von dieser Utopie bereits verabschiedet haben. Warum dann nicht auch konsequent sein?

  16. […] nicht, wieder hoch. Über hype.yeebase bin ich über einen Beitrag von Jens Grochtdreis gestolpert (Den Teufelskreis brechen), den ich denn auch gleich kommentieren musste. Da der Kommentar länger ausgefallen ist, sollte er […]

  17. @Robert: Deie Vermutung über die IE6 Nutzer dürfte weitgehend stimmen. Ich erinnere mich noch an meine letzte feste Anstellung, wo ich den IE5.5 hatte. Ein Update war niemals vorgesehen.

    Den entscheidenden Punkt hat Jens aber in seinem Artikel bereits genannt. Ich kopiere mal:

    Wir müssen uns von der irrigen Annahme verabschieden, wir könnten Pixelperfektion in allen Browsern garantieren. Wir müssen uns von der Annahme verabschieden, Pixelperfektion sei ein sinnvoller Wert. Vor allem Kunden und Grafiker müssen in meinen Augen lernen, daß Pixelperfektion nur im Bildbearbeitungsprogramm sinnvoll ist, aber nicht in unterschiedlichen Browsern.

    Das ist der Kernpunkt. Wenn man sich von dem Irrglauben verabschieden kann, das Web wäre nichts Anderes als das Printmedium, dann erübrigen sich die meisten dieser Probleme ganz von selber. Wenn man von der Vorstellung Abschied nimmt, eine Webseite müsste auf dem IE6 auf das Pixel genau übereinstimmen mit der Darstellung im Firefox, in Opera, in Safari oder auch im IE8, dann kann man auf fast alle Hacks und Sonderbehandlungen verzichten. Der eher kleine Rest, der dann noch übrig bleibt, sind echte Fehlerbehandlungen. Und wenn man hier sorgfältig vorgeht und öfter mal auf dieses oder jenes Gimmick verzichtet, wird man feststellen, dass es gar nicht so häufig ist, dass man um die Fehler des IE6 herumprogrammieren muss.

    Trotzdem ist so langsam ein dezenter Hinweis darauf, dass dieser Browser veraltet ist, doch angebracht. Manche wissen einfach nicht, dass sie einen veralteten Browser verwenden, und wissen gar nicht, was sie im Web alles verpassen.

    Und in einem Punkt ist es sogar echt wichtig. Das Web wird auch zu Werbung benutzt. Und hier sind massiv kommerzielle Interessen im Spiel. Das muss funktionieren, und es muss dem Besucher in jedem Fall ein _optimales_ Erlebnis bringen. Und in solchen Fällen ist es dann wichtig, dass man den Entscheidern, die sich mit dieser Materie gar nicht auskennen, das Eine oder Andere klar macht. Ich kopiere mal wieder:

    Vor allem müssen wir Webentwickler den Kunden begreiflich machen, daß jede übermäßige Rücksichtnahme auf einen IE Extrakosten durch erhöhten Zeitaufwand verursacht. Diese Kosten muss der Kunde am Ende bezahlen. Wenn es ihm das wert ist, soll es uns recht sein.

    Das Problem ist hier das mangelhafte Wissen der Entscheider. Und hier gilt es in der Tat, Abhilfe zu schaffen.

  18. Ergänzung:

    In der Tat lassen sich meine Seiten in wenig mehr als einer Sekunde laden. Es sei denn, man lädt die Seite zum ersten Mal. Und das, obwohl ich eine ziemlich opulente Hintergrundgraphik einsetze. Das wird ermöglicht durch konsequente Wiederverwendung von Elementen und eine ausgefeilte Caching Strategie. Das Erste ist Bestandteil von HTML und CSS, das Zweite wird auf dem Server per .htaccess geregelt. Resourcen sparen heisst nicht unbedingt plain text anbieten. Resourcen sparen kann man auch durch ein optimiertes und effizientes Resourcen-Management.

    In Einem hast Du allerdings Recht: Eine konsequente Umsetzung der Möglichkeiten sowie Anforderungen des Web wäre wirklich nützlich. Nicht Alles, was man machen _kann_, ist auch unbedingt gut oder sinnvoll.

  19. Marcus sagt:

    In der Aufzählung der IE6-Nutzer fehlen mir hier diejenigen, die mit einen gecrackten Windows XP unterwegs sind, die werden nie ein SP 2 installieren können und die werden nie auf einen neueren IE umsteigen können.
    Und viele kennen einfach keine anderen Browser, viele denken, ihr IE6 ist das Internet..bleibt wohl nur zu warten, bis deren Rechner Schrott sind

  20. Siegfried sagt:

    Teilweise ist es sogar noch schlimmer. Ich kenne Genügend, die wissen gar nicht, was das Internet ist. Die wollen „ihr Google“ aufmachen. Nichts sonst.

  21. wortwart sagt:

    Verzicht auf pixelgenaues Layout klingt gut, aber kleine Darstellungsfehler können oft ein Layout komplett umwerfen, weil zum Beispiel etwas nicht mehr in einen Container passt und ein Umbruch entsteht. Ja, sowas lässt sich vermeiden, aber typischerweise bemerkt man das Problem erst, wenn ein Browser es eben nicht so darstellt, wie man es sich vorstellt.

    Ich denke, ein höflicher Hinweis „Du verwendest einen Uralt-Browser“ ist genau die richtige Strategie. Sie informiert Leute, die es einfach nicht besser wissen und erhöht indirekt den Druck auf Admins, die ihre Benutzer mit einem Steinzeit-Browser aufs Web loslassen (und die IMHO ihren Job total verfehlt haben). Was bleibt, sind Leute mit gecrackten Windows-98-Rechnern, die noch nie von Firefox und Opera gehört haben und vermutlich den Rechner voller Würmer haben – ich weiß nicht, ob die als Kunden so interessant sind.

    Und um mal die gern zitierte Straßen-Analogie zu bemühen: Für IE6 ist einfach der TÜV abgelaufen.

  22. Sven sagt:

    Ich persönlich halte von den Hinweisboxen so gut wie überhaupt nichts und ich denke auch, dass nicht der Webmaster dem User vorschreiben sollte wie er sich die Seite anzusehen habe, sondern der User letztendlich der entscheidene Faktor ist, den der Webmaster so gut und freundlich wie nur möglich empfangen sollte.

    Der Vergleich mag hinken, aber es ist so als wenn Werbetreibende sich bei den potentiellen Kunden beschweren sie mögen doch bitte aufmerksamer sein, da ansonsten die Werbebotschaft nicht so ankomme wie gewünscht.

    Bei meiner täglichen Arbeit erlebe ich – nur um mal ein Beispiel zu nennen – viele Menschen die zwar die Webseite nutzen, diese dann aber ausdrucken und uns Ihre Wünsche auf dem Postweg zusenden. Oder ausgedruckt Ihrem Nachbarn geben, der daraufhin dann anruft.

    Mit Sicherheit war dieses von unserer Seite nie geplant, es zeigt aber, dass jeder Mensch anders mit dem Medium umgeht. Ob der Pixel genau an der richtigen Stelle sitzt ist dann weitestgehenst völlig egal. Warum wollte man also Personengruppen ausgrenzen, die aus unbekannten Gründen mit dem zufrieden sind, was Sie haben, oder auch gar nicht die Möglichkeit besitzen diesen Umstand zu ändern.

    Mir persönlich gefällt ein tolles Layout auch, teilweise bin ich sogar sehr beeindruckt, aber damit erschöpft es sich dann auch. Die meisten Seiten die täglich benutzt werden haben lediglich zu funktionieren.

    Sind es also die Sicherheitslücken die die Webdesigner schließen wollen um andere Menschen vor Schaden zu bewahren – sehr
    selbstlos ! Ich denke jedoch es geht zum großen Teil auch um die eigene Eitelkeit.

  23. Philo sagt:

    Na toll, für mich ist der Beitrag populistisches Geschreibe, das nicht einen Jota an neuer Erkenntnis bringt und schon garnichts ändern wird.
    Von der Perfektion haben wir uns schon vor mehr als fünfzehn Jahren verabschiedet. Hier werden nur olle Kamellen aufgewärmt und ins Web gekotzt. ’n paar Leute, die das aufschlabbern finden sich auch immer.

    Na das FLOGGE-Blog wird dadurch wieder ein bisschen gepuscht. Ist ja auch was ;o)

    Schöne Grüße ans ZK der Webkrauts.

  24. Siegfried sagt:

    Was das angeht, habe ich kürzlich einen netten Artikel gelesen: http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/02/was-geht-mich-vietnam-ich-habe.html

    Lesenswert! Wurde zwar in einem anderen Zusammenhang geschrieben, ist aber auch ganz gut auf dieses Thema hier anwendbar. Ich bin zwar nicht so ganz 100% mit dem Artikel konform, aber er enthält nützliche und wertvolle Gedanken, die man hier durchaus mal anwenden kann.

    Gerade, wenn es um die Frage Pragmatismus oder Perfektion geht: Lesen!

  25. Sven sagt:

    Meint ihr das Ernst?

    Wisst ihr, wie viele Firmen immer noch und weiterhin nur den IE6 nutzen?

    Der Vorschlag, den IE6 Nutzern eine Seite ohne Layout zu präsentieren ist sicherlich lustig, aber völliger Kindergarten-Realitätsferner Schwachsinn.

    Ihr wollt euch doch nicht vor den Kunden stellen und ihm 25%-40% der User wegsperren. Der Kunde wird sich freuen.

    Oder sind User aus Firmennetzwerken plötzlich nichts mehr wert?

  26. Siegfried sagt:

    Es geht nicht darum, den IE6-Nutzern unbenutzbare Seiten zu bieten. Es geht darum, auf die pixelgenaue Identität der Seiten in allen Browsern endlich zu verzichten.

    Mal ein einfaches und primitives Beispiel: Auf meiner HP nutze ich abgerundete Ecken. Dazu nutze ich die entsprechende CSS Eigenschaft. Der IE kann das nicht. Na und? Dann sieht es eben im IE nicht so gut aus. Deswegen bekommen IE-Nutzer noch lange keine unbenutzbare Seite präsentiert. Ich verzichte nur darauf, dem IE6 mit aller Gewalt etwas unterzuschieben, das er eben nun mal nicht kann. Ich halte das für sinnvoll. Mehr muss nicht sein.

  27. Kann mich momentan dazu nur mehr satirisch äußern.
    Satire: Abwrackprämie für Internet Explorer 6
    http://hyperkontext.at/weblog/artikel/satire-abwrackpraemie-fuer-internet-explorer-6/

  28. […] wie ich schon vor ein paar Tagen schrieb: wenn wir uns nicht in einem auf Jahre hinaus an den Dino IE 6 ketten wollen, dann ist es […]

  29. Thomas108 sagt:

    Vielleicht sollte man ja wieder zu einer alten Untugend zurückkehren, indem man den IE6 Usern ein:
    „Mit viel Aufwand optimiert für Ihren Uralt Browser Internet Explorer 6“
    einblendet. Das regt vielleicht zum Nachdenken an?
    Thomas

  30. […] den ganzen aktuellen Diskussionen zum Thema IE6 habe ich bei Dan Cederholm einen Ansatz gelesen, wie man den IE6 […]

  31. […] kurzem habe ich meine Gedanken zum Umgang mit dem IE6 gepostet. Bei “Einfach für alle” (Efa) gibt es heute einen sehr schönen […]

  32. […] IE6-Diskussion Flogge über den Teufelskreis brechen […]

  33. […] für WordPress installiert. Jenes Plugin ist im Zuge dieser hitzig diskutierten Debatte (z.B. hier oder ursprünglich dort) ob man den Internet Explorer 6 mit all seinen Fehlern und so weiterhin […]

  34. The Dude sagt:

    Der Artikel spricht mir aus der Seele. Genau so habe ich auch gegenüber meinem letzten Kunden argumentiert. Man kann eben keinen ICE (Website) auf einer Güterstrecke (IE6) mit 300 km/h fahren lassen. Trotzdem wollte es der Kunde so. Wir haben es schliesslich auch geschafft, aber der Mehraufwand stand meiner Ansicht nach in keinem Verhältnis. Aber da spielt halt grundsätzlich auch immer die Angst vor einem Einbruch der PI’s usw. mit.

    Wenn man jemand beschimpfen muss, dann sind das meiner Ansicht nach die Systemadministratoren, die immer noch nicht kapiert haben, dass sie einen erheblichen Unsicherheitsfaktor in ihrem Unternehmen dulden, indem sie den IE6 nicht von ihren Rechnern verbannen.