Ein besonderer Webmontag

Am 1. März war mal wieder Webmontag in Frankfurt. Doch diesmal war es anders als sonst, denn wir waren Teil der „Global Ignite“-Woche des O’Reilly-Verlags. Die Idee ist, mit Kurzvorträgen das Publikum zu unterhalten. Die Vorträge sollen fünf Minuten lang sein, die Folien sollen automatisch weiter gehen. Das setzt hohe Ansprüche an den Redner.

Insgesamt gab es dreizehn Vorträge. Alle hatten ein gewisses Etwas und waren sicherlich selten so speziell, daß ein Großteil der Zuhörer ausgeschlossen wurde. Das kann man ja nicht immer von Webmontags-Vorträgen sagen. Die Bandbreite war enorm. Es gab sogar einen Vortrag, der gänzlich ohne Folien auskam. Das war angenehm und es fehlte nichts. Denn ob man zum Thema Coworking nun tolle Bilder der Räumlichkeiten sieht oder nicht, ist relativ egal.

Alle Vorträge wurden aufgezeichnet und sollen mit den Vorträgen der vielen anderen Ignites dieser Woche im Netz erreichbar sein. Deshalb fühlten sich die ersten Vortragenden bemüßigt, auf Englisch vorzutragen. Dadurch ging der Sprachwitz flöten und auch die Sicherheit der Vortragenden litt stellenweise, weil sie nach einem Wort oder einer Phrase kramen mussten.

Die Vorträge waren in zwei Blöcke geteilt, sodaß wir für uns untypisch eine Pause hatten. Im Nachinein war dies ein Glücksfall. Denn leider lief die Veranstaltung zeitlich zu sehr aus dem Ruder.

Die Idee von O’Reilly ist klasse und ich hoffe, wir wiederholen dieses Format. Allerdings erhoffe ich mir für das nächste Mal mehr Disziplin auf Seiten der Vortragenden wie der Organisatoren. Der Plan ist ja simpel und schön: 13 Vorträge à 5 Minuten sind 65 Minuten. Dazu ein paar Fragen und kurze Übergangszeit sollte die gesamte Veranstaltung noch weit unter zwei Stunden halten. In einem solche Falle wäre eine Pause unnötig.

Leider ist das nur die Theorie. Die Veranstaltung begann erst eine knappe halbe Stunde später als geplant und ging dann mit Pause knappe drei Stunden. Es war nicht klar, ob sich die einzelnen Vortragenden tatsächlich an die fünf-Minuten-Regel gehalten hatten. Bei einigen wenigen hatte ich den Eindruck, daß dem nicht so war.

Leider waren nicht alle Vorträge gesammelt auf einem Rechner, sodaß wir Umbaupausen hatten. Eine Präsentation konnte unerklärlicherweise nicht geöffnet werden. Und die meisten Vortragenden hatten kein automatisches Weiterblättern eingestellt, sondern blätterten manuell weiter. Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Die Ignite-Vorträge sind für Zuschauer wie für Vortragende eine Herausforderung. Die Zuschauer müssen sich alle paar Minuten auf ein neues Thema einstellen und müssen versuchen, den Inhalt schnell zu erfassen. Die Vortragenden müssen sich endlich mal richtig kurz fassen und sich vor allem einem strikten Zeitdiktat beugen. Schade, daß die meisten dies nicht taten.

Bei der nächsten Ignite sollten alle Vorträge auf einem Rechner gesammelt vorliegen und „Auto-Forwarding“ sollte eingestellt sein. Dann bekommen wir auch alle Redner in einer erträglichen Zeit durch. Ich bin sehr gerne bei Webmontagen, weil ich oft in kurzen Häppchen neue Gedanken und Informationen präsentiert bekommen. Ich gehe aber auch dorthin, um nachher alte Bekannte zu treffen und eventuell neue Bekanntschaften zu machen. Das „Socializing“ ist durchaus ein wichtiger Teil des Webmontags. Als dieser gegen 23 Uhr endete strömten allerdings leider alle nachhause. Es war ihnen nicht zu verdenken. Doch mir fehlte leider ein Teil des Spasses. Aber ich denke, mit ein wenig mehr Disziplin und vor allem Vorbereitung kann man das in den Griff bekommen. Die Premiere ist nicht gescheitert, sie zeigte aber Verbesserungspotential auf.

Fotos des Webmontags findet ihr bei Sandra Kallmeyer und bei Patrick Lenz. Ich freue mich auf den nächsten Webmontag-Ignite.

2 Responses to “Ein besonderer Webmontag”

  1. Bei ignite in anderen laendern muss man die Slides vorher einschicken, es gibt keine Animationen und die Slides wechseln automatisch nach 15 Sekunden, daher sind 5 minuten 5 Minuten, warum wurde das denn geaendert? Die Veranstaltung in London konnte alles.

  2. Eric Eggert sagt:

    @Chris: Das war hier genauso, auch hier wurden die Slides eingeschickt, die Orga verpasste es nur Auto Forwarding per default zu aktivieren, warum weiß ich nicht.