Mein Umstieg auf Windows – die weiteren Erkenntnisse

Ich arbeite nun seit gut zwei Wochen mit meinem neuen Lenovo Laptop und mit Windows 10. Anfangs schleppte ich immernoch mein altes MacBook Pro täglich mit zur Projektarbeit, damit ich zur Not switchen konnte. Doch diese Woche habe ich den Mac zuhause gelassen. Alles ist gut.

Und doch sind mir einige Merkwürdigkeiten aufgefallen – und manche positiven Aspekte -, die ich gerne mitteilen möchte. Denn ich habe den Eindruck, dass die Zahl der von Apple Enttäuschten immer größer wird. Ein Wechsel zu Windows ist für viele eingefleischte Mac-User sicher unvorstellbar. Und es stellt auch eine Umgewöhnung dar. Aber es ist kein so großer Unterschied mehr, wie vielleicht noch vor fünf oder gar zehn Jahren.

Deshalb möchte ich auch in Zukunft in loser Reihenfolge meine Erkenntnisse und Erlebnisse schildern. Es gibt solche Schilderungen viel zu selten. Ich habe beispielsweise an der Hardware richtig Gefallen gefunden. Der Laptop selber ist toll. Mit der Software hadere ich punktuell.

Interessant ist auch die Qual der Wahl bei Tastaturen. Da Mac ein leicht aneres Tastaturlayout als Windows und Linux hat, kann nicht einfach meine alte Mac-Tastatur an meinen Laptop anschliessen, ohne mich selber zu verwirren. Also habe ich mir nun eine Microsoft-Tastatur-Maus-Kombination gekauft – sogar zweimal, damit ich eine Variante im Büro lassen kann und nicht dauernd hin und her schleppen muss.

Aber obwohl die Tastatur ihre positiven Seiten hat, ich muss mich noch immer an das konkrete Layout gewöhnen. Zudem sind beim Laptop selber die Tasten „Fn“ und „Strg“ gegenüber fast allen externen Tastaturen vertauscht. Ich könnte das im Bios ändern, aber eigentlich wollte ich nie wieder in ein Bios reingehen und darin herumfummeln.

Die Auswahl der Tastaturen in den Elektronikmärkten ist groß, aber unbefriedigend für meine Ansprüche. Ich hoffe, ich gewöhne mich an die von Microsoft, die grundsätzlich meinen Ansprüchen genügt, aber leider eine Bluetooth-Tastatur ist, was ich eigentlich verhindern wollte. Aber nun mehr zu Software.

Mercurial

Ich habe Mercurial per Kommandozeile installiert. Nur um sicher zu gehen, dass nachher auch jegliche Bedienung per Kommandozeile gut läuft. Erst später im Laufe des Projekts stellte sich heraus, dass ich auf diesem Weg ein ziemlich veraltete Version bekam (3.7.3). Erst nach dem Umstellen des Installationspfades für apt-get konnte ich die aktuelle Version installieren. Dabei war mir ein Artikel auf Stackoverflow sehr nützlich.

Umlaute

Während meines Projektes kamen auf einmal PDF-Dateien aus Mercurial, die von meinem System nicht erkannt und „umgeschrieben“ wurden. Es handelte sich eindeutig um ein Umlautproblem. Die Kollegen hatten PDFs mit Umlauten erstellt. Diese kamen bei mir als seltsame Zeichen an, sodass die Dateien dann umgeschrieben wurden. Die wollte ich jedoch partout nicht in Mercurial wieder pushen.

Bei der Gelengenheit machte ich mal wieder die Bekanntschaft mit einer unlogischen Seite von Windows: neben den benutzerfrundlich aufgemachten „Einstellungen“ gibt es noch die gute, alte Systemsteuerung. Die ist hässlich und benutzerfeindlich wie schon zu XP-Zeiten. Und dort in den Untiefen der Lokalisierung (irgendein Untermenü, in das man nur durch das beherzte Drücken eines Buttons kommt) kann man die „experimentelle Unicode UTF-8-Unterstützung“ aktivieren. Wir haben 2018 und ein Feature, das ich als selbstverständlich ansehe, ist im experimentellen Stadium? Und zur Aktivierung benötige ich fast Geheimwissen und einen Schamanen? Da war ich dann doch baff.

Twitter

Twitter-Apps sind mittlerweile generell ein Problem, vor allem aber offenbar auf dme Desktop. Weder unter OSX noch unter Windows habe ich je eine Software kennengelernt, die meinen Bedürfnissen so entsprochen hätte, wie Fenix unter Android.

Ich hatte schon vorher gehört. dass die Lage unter Windows besonders bitter sein sollte. Deshalb war ich umso positiver überrascht, dass ich im Windows App-Store die Software „Tweeten“ fand. Diese sieht gut aus und hat auch ganz passable Features.

Während des Arbeitstages nutze ich hingegen Tweetdeck als Teil meiner Rambox-Instanz, in der auch Skype und Slack laufen. Tweeten ist wohl irgendwie mit Tweetdeck verwandt. Was beide jedenfalls gleich haben ist, dass sie mich bei fast jedem Programmstart neu in Twitter einloggen lassen. Das ist total nervig. Ich nehme allerdings an, dass das eher an Twitter als an den Clients liegt, kann es aber nicht beweisen.

Podcasts

Ich höre sehr gerne und viel Podcasts. Ich nutze dafür einen schon etwas betagten iPod-Touch, auf dem noch iOS 6 läuft. Zum Abonnement von Podcasts wurde mir Grover empfohlen. Diese Software habe ich mir sofort aus dem App-Sore installiert. Ich war begeistert. Die Bedienung ist gut, die Optik modern. Doch leider kann die kostnelose Version keine Verbindung zu einem iPod aufnehmen. Da man ja nicht auf das System des Dings gelangt, kann ich die Podcasts auch nicht manuell verschieben.

Es gibt eine günstige Bezahlversion, über die es aber leider kaum Informationen gibt. Es gibt keine Homepage und es steht auch nicht klipp und klar im App-Store, dass diese Version mit einem iPod Touch synchronisiert. Also installierte ich mir am Ende doch tatsächlich das nicht besonders attraktive iTunes, das es auch für Windows gibt. Fast 500 MB später konnte ich unter der mir bekannten Oberfläche ganz einfach meinen iPod wieder befüllen. Mission accomplished. Ich will mit dieser Software möglichst wenig zu tun haben und einfach nur Podcasts sychronisieren. in diesem Falle bin ich froh, den gewohnten Weg gehen zu können.

Mediathek

Ich schaue selten „live“ Fernsehen. Serien, Dokumentationen und Filme nehme ich mir meist in save.tv auf – einer Art Online-Videorekorder – und lade sie mir dann herunter. Ein großer Teil dieser Programme sind von öffentlich-rechtlichen Sendern. Deshalb habe ich vor ein paar Jahren die Software „Mediathekview“ für mich entdeckt. Damit kann ich aus öffentlich-rechtlichen Mediatheken herunterladen.

Mediathekview ist ein Java-Programm und deshalb per se hässlich. Und da ich gehofft hatte, ohne Java-Installation auszukommen, hatte ich diese Software nicht installieren wollen. Nun habe ich zwar mittlerweile leider Java auf meinen Rechner lassen müssen, aber glücklicherweise eine sehr hübsche und wunderbar bedienbare Alternative für die Mediatheken gefunden: „Meine Mediatheken“ ist eine Software aus dem App-Store, die eine moderne, sehr attraktive Oberfläche hat. Darüber kann ich die Programme direkt anschauen, auf ein Gerät streamen oder einfach in unterschiedlichen Qualitäten herunterladen. Eine tolle Software, die ich nur wärmstens empfehlen kanns.

2 Responses to “Mein Umstieg auf Windows – die weiteren Erkenntnisse”

  1. Hallo Jens.

    Das Thema mit den Tastaturen und Mäusen kenne ich. Ich weiß nicht wie viele verschiedene Variationen ich getestet habe, aber seid ca. 2 Monaten denke ich, ich habe (für mich) eine sehr angenehme Tastatur gefunden. Sie ähnelt auch der von Apple, was den Anschlag betrifft.

    Ein nettes Feature der Tastatur ist auch der integrierte Fingerprint, mit dem man sich bequem an Windows anmelden kann.

    Bei der Tastatur handelt es sich um die „Microsoft Modern Keyboard (mit Fingerprint-ID) silber“.

    • Danke für den Hinweis. Ich wollte die Tastatur sehen und fühlen, bevor ich sie kaufe. Aber vielleicht gebe ich ihr noch eine Chance. Dann hätte ich am Ende vier Tastaturen. Kann ich noch einen Handel aufmachen 🙂

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