Microsoft strengt sich an

Für Frontendentwickler ist die Langlebigkeit des Internet Explorers mit das größte Problem. Während Firefox, Chrome und Opera sich selbst aktualisieren und deshalb alte Versionen dieser Browser quasi nicht existieren, ist dies beim Microsoft Browser anders. Das liegt auch daran, dass Großunternehmen und Behörden sehr langsam in ihren Update-Zyklen sind.

So war zwar lange bekannt, dass der Support für Windows XP ausläuft und es zudem schon mehrere Nachfolgerversionen gibt. Aber die Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben Microsoft trotzdem noch Geld überwiesen, damit sie einen verlängerten Support bekommen. Mir ist leider nicht bekannt, ob die beiden Länder mittlerweile in der Neuzeit angekommen sind.

Microsoft hat nun bekannt gegeben, dass ab dem 12. Januar 2016 immer nur die für das jeweils noch unterstützte Windows existierende neueste IE-Version unterstützt wird. Für Windows 7 und 8.1 wird dies der IE 11 sein. Das sind tolle Neuigkeiten. Auf Windows 10 sollen sich Seiten, die Legacy-Techniken von Microsoft benötigen, automatisch im IE 11 öffnen. Diese gute Idee hätte Microsoft schon vor vielen Jahren haben sollen.

Der neue Microsoft Edge hat keine alten, IE-spezifischen Techniken mehr in sich, deshalb wird dieser Kunstgriff genutzt. Es wird damit auch den Firmen kommuniziert, dass browserspezifische Techniken eine Sackgasse sind.

Ich bin mal gespannt, wie schnell sich diese doch recht drastische Entscheidung bei meinen Kunden durchsetzt. Denn bislang war es ja eher normal, dass Kunden Seiten mit neuesten Techniken haben wollten, selber aber mit dem IE8 oder gar IE7 unterwegs sind. Bei meinen Schulungen und Veranstaltungen sind immer ein kleiner Prozentsatz Entwickler im Raum, die sich noch um den IE7 kümmern müssen. Letztens war bei einem Teilnehmer sogar noch der IE6 im Fokus!

Auch wenn ich in der Vergangenheit nie um einen Scherz auf Kosten von Microsoft bzw. den IE verlegen war, muss ich mittlerweile sagen, dass sich meine Vorbehalte eindeutig auf die Nutzer fokussieren. Die Großkunden, die immernoch veraltete IT nutzen, sind das Problem, nicht Microsoft. Microsoft hat zumindest in der IE-Abteilung eindeutig gelernt und ist auf die helle Seite gewechselt. Jetzt müsste nur noch das Outlook-Team von Word als Mailbetrachter zu Edge oder IE wechseln. Aber das ist ein anderes Thema.

2 Responses to “Microsoft strengt sich an”

  1. Welcher Browser wird denn im Outlook benutzt?
    Mein letzter Versuch E-Mails dafür zu optimieren ging nicht gut aus.

    • Wie ich oben schrieb, der Mailbetrachter ist Word. Das war leider ernst gemeint. Es gibt dafür auch eine Begründung seitens des Teams. der Fokus ist dabei offenbar auf Nutzer, die bunte HTML-Mails schreiben. Die Darstellung von HMTL-Mails in Outlook ist ein Graus. Aber sie sind nicht die einzigen Schlimmen auf dem Markt. Mehr Infos gibt es bei Campaignmonitor.