UXCamp in Berlin

In Berlin fand am 23. und 24. Mai das UXCamp statt, ein auf User Experience fokussiertes Barcamp.

Ich reiste erst am Samstag an, verpaßte so schon zwei Sessions. Ich brauchte bis vor Ort etwa sechs Stunden (!) von Mainz aus. Denn die Veranstaltung war nicht einfach im Osten der Hauptstadt sondern mit Adlershof im tiefen Südosten.

Das Barcamp war perfekt organisiert. Es fehlte an nichts. Das WLAN war immer da, es gab den ganzen Tag über leckeren und trotzdem starken Kaffee von Sonntagmorgen. Dazu gab es immer Wasser (in handlichen kleinen Fläschchen!) und den leckeren Walther-Saft, den man auf so ziemlich jedem Barcamp trinken kann.

Die Sessionplanung wurde immer recht schnell ins Wiki (Sa, So) übertragen und Änderungen wurden flugs per Twitter kommuniziert.

Die von mir besuchten Sessions schwankten zwischen professionellem Dilletantismus und richtig guten Sessions. Oft habe ich mich im nachhinein geärgert, nicht eine andere Session besucht zu haben, von deren Titel ich mir nichts versprach. Ich bekam dann aber über Twitter mit, daß es sich um eine interessante Session handelte.

Dieses Risiko hat man immer auf Kongressen und Barcamps. Bei Barcamps kosten die schlechten Sessions allerdings nichts. Das ist deren großer Vorteil. Im Gegensatz zu vielen normalen Barcamp-Sessions entwickelten sich hier oft recht schnell Diskussionen und Dialoge. Dies ist in meinen Augen der eigentliche Reiz eines Barcamps. Man kommt mit anderen Profis ins Gespräch und kann so seine eigenen Auffassungen hinterfragen (wenn man dazu in der Lage ist) und neue Aspekte kennenlernen. Sehr schön brachten dies Robert Basic und Florian Bailey auf den Punkt, die die versammelten UX-Profis mit der Behauptung „good design sucks“ provozierten. Anhand der Beispiele Amazon, ebay und Craigslist konnte zumindest gezeigt werden, daß nicht nur perfektes, schönes Design erfolgreich ist. Die beiden provozierten eine interessante Diskussion, an der ich mich gerne beteiligte.

Dieses Themen-Barcamp war klasse. Es war perfekt organisiert und die Konzentration auf ein Thema führte auch dazu, daß sich die Inhalte endlich mal vom sonst leider sehr üblichen Volkshochschulniveau wegbewegten. Sehr schön fand ich die Diskussionsfreudigkeit der Teilnehmer. Ich freue mich schon auf eine Neuauflage, dann aber hoffentlich näher an die Zivilisation.

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