Mein Umstieg auf Windows – Erlebnisse mit VSCode und Git

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut eingespielt die Einzelteile der aktuell verwendeten Tools auf einem Mac laufen. Dafür scheint das darunter liegende Unix zuständig zu sein. Vor sechs, sieben Jahren waren Mac-User fast zwangsweise Designer. Heute ist man fast ein Aussenseiter, wenn man als Frontendentwickler mit einem Windows-Rechner und nicht mit einem Mac herumläuft. Bei Backend-Entwicklern war es m.W.n. schon immer eine Frage zwischen Linux und Windows. Aber auch hier wird der Mac immer wichtiger.

Nachdem mich Apple wegen seines schlechten Hardware-Angebots verloren hat und es leider keine Möglichkeit gibt, den Rechner eines anderen Herstellers mit MacOSX zu nutzen, gewöhne ich mich nun Schritt für Schritt auf Windows wieder um. Und obwohl viele Tools auf beiden Systemen laufen und ich mittlerweile mit dem „Windows Subsystem for Linux“ (WSL) ein echtes Ubuntu gleichzeitig laufen habe, gibt es immer wieder Probleme im Detail.

Probleme mit VSCode

Vor einiger Zeit habe ich mich von meinem bisherigen Editor Atom mehr und mehr verabschiedet und stattdessen VSCode von Microsoft genutzt. Dieser ist schneller, hat viele pfiffige Detailideen und läd nicht so lange. Er kommt auch besser mit grossen Dateien zurecht. Vor allem aber ist seine Git-Einbindung viel besser gewesen – auf dem Mac – als die von Atom. Und das obwohl Atom von Github stammt.

Doch leider nutzt VSCode unter Windows nur die unter Windows eingerichtete Git-Version. Ich hatte aber über WSL Git installiert und wollte gerne eine doppelte Installation vermeiden. Ein wenig Recherche führte mich zu einem Projekt, das eine exe-Datei zum Download bereitstellte. Mit ein wenig Konfiguration sollte dann die Nutzung des WSL-Git auch in VSCode möglich sein. Leider funktionierte das bei mir nicht.

Ein weiterer Fund trieb mich zu einem Github-Gist, das aus drei Teilen bestand. Die Anleitung war klar und einfach. Der Erfolg leider auch gleich Null. Das Ende vom Lied ist, dass in VSCode keine der beiden installierten Git-Varianten automatisch erkannt wird, die Versionierung selber nicht erkannt wird und es neuerdings auch keine Auswahlmöglichkeit mehr gibt, um einen SCM-Provider hinzuzufügen. Das ginng zwar in der Vergangenheit, hatte allerdings auch keinen Nutzen.

Es ist spannend, dass ein Microsoft-Produkt auf einem Mac problemloser funktioniert, als unter Windows. Die Weigerung von Apple, mir ein vernünftiges Hardware-Angebot zu machen und meine Weigerung, mich auf die schlechter gewordene Hardware von Apple einzulassen, hat mir in der Folge viel Ärger bereitet. Es ist mir allerdings unverstänldlich, warum dies so sein muss. Vor allem, weil sich Microsoft im Gegensatz zu Apple ja für seine Entwickler-Kunden interessiert und mit ihnen in Kommunikation tritt. Warum kommt dann trotzdem noch so halbgares Zeug dabei heraus?

Ich habe nun Git via WSL und als Windows-Installation auf meinem Rechner. Ich kann per Sourcetree arbeiten und auch per Kommandozeile. Aber leider immernoch nicht per Git-Integration in VSCode. Denn auch die Windows-Installation von Git interessiert VSCode nicht und ich finde keinen Konfigurationseintrag, um den Pfad zur Git-Installation anzugeben.

Zurück zu Atom?

Eine erste Überprüfung ergab, dass Atom keine Probleme mit der Git-Integration hat. Also werde ich in den kommenden Tagen und Wochen schauen, ob ich mich wieder an Atom gewöhnen kann und will. Denn ich mag wechselseitig unterschiedliche Details an beiden Editoren. Idealerweise würde Git in beiden einfach funktionieren und ich könnte zwischen beiden wie bisher nach Belieben wechseln. Leider scheint dies noch nicht der Fall zu sein. Doch Microsoft ist bislang sehr schnell bei der Weiterentwicklung von VSCode gewesen. Vielleicht tut sich ja noch etwas Entscheidendes bis Jahresende.

3 Responses to “Mein Umstieg auf Windows – Erlebnisse mit VSCode und Git”

  1. Ich weiss nicht genau wie oder warum, aber…bei mir laufen VSCode und Git ok zusammen. Hab mal rumgestoebert, und in meinen User Settings hab ich den Pfad zu Git (habe ich wohl selbst irgendwann mal da reingeknallt).

    „terminal.integrated.shell.windows“: „C:\\Program Files\\Git\\bin\\bash.exe“

    • An der Stelle hatte ich die Bash vom Linux-Subsystem (WSL). Ich habe die Zeiel aml geändert und Deine Variante genommen. Aber das brachte leider keine Änderung. VSCode kennt leider mein Git nicht und er erkennt auch nicht das Mercurial, das auf dem Rechner läuft.

      Vielleicht muss ich das VSCode komplett deinstallieren und dann neu installieren. Da habe ich aber keinen Bock drauf.

      • Jetzt klappt die Git-Integration. Ich habe VSCode deinstalliert, neu installiert, Rechner zweimal neu gestartet, alle Erweiterungen zweimal deaktiviert und aktiviert. Und schon klappte es. War doch ganz einfach! 🙂