Mein Umstieg auf Windows

Vor ein paar Tagen konnte ich mein neues Notebook auspacken. Seit 2009 nutze ich ein MacBook Pro. Das neue Notebook ist hingegen ein Thinkpad T480s von Lenovo, also ein Windows-Rechner. Ich habe eine Güterabwägung vorgenommen. Mein Ziel war, ein modernes und für meine Bedüfnisse praktisches Notebook zu erwerben. Apple bietet mir leider keines an. Deren MacBook Pro benötigen für alles und jedes einen (teuren) Adapter, mein Lenovo hat alle für mich wichtigen Anschlüsse dabei. Also muss ich meine Gewohnheiten ändern, neuen Shortcuts lernen und mich mit neuer Software anfreunden. Diese Hürde hatte ich allerdings auch vor neun Jahren zu überwinden, als ich von Windows zu Mac wechselte. Mittlerweile hat sich die Welt zu meinem Vorteil geändert. Zum einen gibt es viele gute Software für beide Betriebssysteme, die sich nicht mehr grundlegend unterscheiden, da sie auf Electron basieren. Zum anderen bietet Windows jetzt auch ein Linux-Subsystem an, das mir die Arbeit mit dem Terminal und vielen modernen Tools erleichtert. Doch dazu später mehr.

Als Frontendentwickler benötigt man viel Software – ich wusste gar nicht mehr, wieviel! In den letzten Jahren habe ich nur noch sporadisch mit Windows zu tun gehabt. Ich hatte zwar jahrelang eine Testrechner unter dem Schreibtisch stehen, genutzt habe ich ihn aber quasi nie. Virtuelle Maschinen waren einfacher oder das Testing in Windows wurde mir sowieso personell abgenommen.

Deshalb war ich sehr froh über hilfreiche Artikel über den Umstieg, vor allem den recht aktuellen von Dave Rupert. Darin war auch mein erster Schritt beschrieben: die Installation des WSL (Windows Subsystem für Linux). Und entgegen meiner Annahmen geht dies auch in 2018 noch immer nicht einfach. Man muss – wie in einer Anleitung von Microsoft beschrieben – erst im Terminal die Grundlagen legen, um dann über den App-Store die gewünschte Distribution auszuwählen. Schwierig ist es nicht, aber ich dachte dieser etwas umständliche Weg sei für die Einführungsphase notwendig gewesen.

WSL

Das „Windows Subsystem für Linux“ ist eine revolutionäre Neuerung in der Windows-Welt. Man kann sich auf einfache Art und Weise ein Linux installieren, das parallel und gleichzeitig zu Windows existiert, dessen Tools man während des Windows-Betriebs nutzen kann.

Ich habe mich in den letzten Jahren trotz mancher Schwierigkeiten daran gewöhnt, täglich mit dem Terminal zu arbeiten. Speziell die ganzen node-Tools erfodern dies. Und ohne node, Grunt und Sass möchte ich nicht mehr arbeiten müssen.

Deshalb war meine erste Amtshandlung mit dem neuen Notebook die Einrichtung des WSL. Und danach habe ich erstmal node, nvm, Grunt, Sass, Gulp und Webpack über die Bash des WSL installiert. Und entgegen der Aussagen auf der Projektseite kann man über den Umweg WSL tatsächlich auch nvm auf einem Windows-Rechner installieren. Schliesslich wird das Tol am Ende dann doch in einer Linux-Umgebung installiert.

Das Ganze geht übrigens am Besten von der Hand, wenn man sich von Anfang an Hyper als Terminal-Applikation installiert. Zusätzlich habe ich noch Zsh und Oh My Zsh installiert. Auf Englisch gibt es eine noch umfangreichere Beschreibung.

Mein Problem ist allerdings der Umgang mit den Konfigurationsdateien. Das war schon bei OSX so und hat sich nicht geändert. Es ist zwar im Gegensatz zu OSX unter Windows recht einfach, die versteckten Dateien im Dateimanager anzeigen zu lassen. Aber dadurch findet man sie noch nicht. Und offenbar schlägt sich die Trennung der beiden parallel laufenden Betriebssysteme auch auf die Programmebene durch. Ich kann zwar über die Bash meinen Editor (VS Code) starten, ich kann das sogar mit dem Aufruf einer Datei. Aber wenn sich diese Datei im Linux-Subsystem befindet, wird sie leider nicht geöffnet.

Ein hilfreicher Kollege empfahl mir dann die Nutzung von nano. Es ist am Ende egal, ob es nano oder vim ist. Ich finde diese Editoren einsteigerfeindlich. Sie mögen mächtig sein und es ist bestimmt toll, mit ihnen schnelle Änderungen vorzunehmen. Aber sie sind die Hölle für jemanden wie mich, der einfach nur ein oder zwei Zeilen editieren möchte und dann das Tool nie wieder sehen wird. Ich muss also noch recherchieren, wie ich mit VS Code oder Atom auch auf dem WSL editieren kann und wie ich mich darin hin und her bewege. Ich hoffe, über das WSL in der nahen Zukunft einiges an Infos zu finden. Eigentlich ist es ein tolles Thema für massenweise Artikel, Vorträge und Videotutorials. Ich muss sie nur noch finden.

Gestern ist mir zudem aufgefallen, dass das installierte Ubuntu-Grundsystem nicht alle gewohnte Features mitbringt. Ich habe allerdings auch keine Ahnung von Linux, deshalb weiss ich nicht, was zwingend zum Betriebssystem gehört und was nicht. Ich hatte den Befehl traceroute ausführen wollen. Doch das WSL kannte ihn nicht. Ich musste das dahinterliegende Tool installieren. Erst danach konnnte ich die Abfrage tätigen.

Es wäre sehr spannend zu sehen, welche Befehle das WSL sonst noch nicht kennt. Bislang habe ich aber keine Übersicht der nicht intergrierten Tools und Befehle finden können. Das WSL ist sowieso bislang nicht toll dokumentiert und Artikel gibt es leider auch kaum dazu. Dabei finde ich es ein einschneidendes Feature für Entwickler.

node.js

Wie schon erwähnt möchte ich ohne node.js-Tools nicht mehr leben müssen. Ich habe deshalb direkt nach der Einrichtung des WSL über die neue Bash node installiert. Auch nvm ging, trotz gegenteiliger Aussagen auf der Projektseite. Sicherlich, weil ich die Installation innerhalb des WSL vornahm – also einem klein geschrumpften Ubuntu. Trotzdem habe ich im Projekt immer wieder mit Problemen zu kämpfen gehabt. Ich bin allerdings nicht node-Profi genug, um zu wissen, ob die Probleme wegen meiner Konfiguration existierten oder aber Ergbenis der fortlaufenden Prozessoptimierungen ist. Es kann sein, wie schon erwähnt, dass in Details das verwendete Linux nicht vollständig genug ist.

Versionierung

Privat und für die meisten Projekte nutze ich Git. In meinem aktuellen Projekt nutze ich Mercurial. Beides kann man auf unterschiedlichen Wegen installieren. Es stellte sich bei Mercurial heraus, dass es klug ist, dies per WSL zu installieren, dann findet auch das Node-Skript das installierte Mercurial. Die erste, über der Windos-Installer vorgenommene Installation, wurde von node nicht gefunden. Windows und Linux koexistieren, sind aber keine Einheit. ich weiss nicht mehr, ob ich git per Windows-Installer oder per Bash installiert habe.

Passwortmanager

Ich nutze seit ein paar Jahren 1Password als Passwortmanager. Bislang habe ich immer die traditionelle Einmalzahlung bevorzugt. Damit war meine Nutzung auf dem Smartphone zwar eingeschränkt, aber okay. Ich habe fast 500 Einträge in 1Password, es ist also durchaus ein wichtiges Programm. Diesmal habe ich mir sogar eine Zeitlizenz gekauft, damit ich auf vielen Geräten den vollen Service habe. Und ich bin seit vielen Jahre mit der Software zufrieden. Warum dann nicht auch konstant Geld für eine so wichtige Software ausgeben?

Browser

Natürlich habe ich zusätzlich zum schon installierten IE11 und Edge auch noch Firefox, Chrome, Opera und Vivaldi installiert. Aktuell ist Opera mein Standardbrowser. Aber das wird sich bestimmt noch ändern.

Bookmarkmanager

Ein Tool, das ich in den letzten Jahren auf dem Mac immer vermisst habe und dessen Existenz ich für den PC erhoffe ist ein Bookmarkmanager. Ich habe unendliche Mengen an Bookmarks in meinen Browsern. Die müsste ich alle mal sichten und konsolidieren. Und die Bookmarks sollten unabhängig vom Browser existieren. Eigentlich sollte dafür mein Online-Bookmarkmanager zuständig sein. Doch ich bin ein Sammler und habe da knapp über 10 000 zum großen Teil veraltete Links drin. Die will ich nicht sichten und ausdünnen müssen. Ausserdem sind Desktop-Applikationen einfach schneller. Bislang habe ich noch keine Aternative gefunden. Vielleicht habe ich ja noch Glück.

Editoren

Ich wechsele immer mal wieder von meinem neuen Favoriten – VS Code – zu meinem alten Favoriten – Atom. Das geht auch prima auf Windows. Und da es sich bei beiden um Electron-Apps handelt, sind sie prinzipiell identisch zwischen den Betriebssystemen.

Dateimanager

Aktuell teste ich den Multi-Commander aus. Aber dessen Bedienung finde ich nicht optimal. Ich muss auch noch herausfinden, ob die Software FTP und SFTP beherrscht. Wenn nicht, dann werde ich wohl Cyberduck eine Chance geben. Diese Software habe ich früher mal auf dem Mac genutzt, bevor ich den Alleskönner ForkLift für mich entdeckte. Zusätzlich werde ich auch den FreeCommander (in der portablen Variante) austesten. Beide Programme – und noch weitere Mitspieler – haben den großen Nachteil, dass sie eine potthässliche Oberfläche haben. Aber da muss ich nun durch.

Optimierung des Dateimanagers

Eine tolle Funktion bei MacOS ist, dass man mit einem Druck auf die Leertaste eine Vorschau einer Datei angezeigt bekommt. Da ich viele Vorträge als PDF runterlade – sowieso sehr viele PDF besitze – ist eine solch schnelle Voransicht durchaus interessant. Die in Windows eingebaute Voransicht ist nicht so charmant. Aber mit der Software Seer gibt es Abhilfe. Sie kostet einen kleinen Obulus. Das ist es mir wert. Bislang macht sie in der Testphase eine gute Figur.

Dropbox

Ich habe zwar neuerdings ein MS Office-Abo und damit eingeschlossen 1 TB Cloudspeicher über OneDrive, aber ich will anderen auch noch die Möglichkeit geben, sich an den Inhalten meiner Dateien zu laben. Also lasse ich weiterhin Dropbox spionieren. Da habe ich schon viele Tauschordner mit Familie und Freunden.

Koa11y

Koa11y ist eine tolle kleine Electron-App, mit deren Hilfe man für eine Seite einen Accessibility-Test durchführen und das Ergebnis abspeichern kann. Ich habe das Tool schon früher gerne genutzt. Und dank Electron existieren keine Betriebssystem-Schranken.

E-Mail

Das eingebaute E-Mail-Programm finde ich optisch klasse. Und noch zu Beginn der Existenz von Windows 10 konnte man es gut einrichten. Aber offenbar hat Microsoft dieses Programm kaputt optimiert. Ich habe meine Mailadressen nicht vernünftig einrichten können. Also bin ich wieder zum altbekannten Thunderbird gewechselt. Mannomann, ist der hässlich. Da vermisse ich doch tatsächlich die Mail-App vom Mac. Ich bin schon so weit, demnächst Outlook eine Chance zu geben. Die Verzweiflung ist also schon sehr groß!
Nach nochmaligem Versuch und mehrfachem Beharren auf der Korrektheit meiner Eingaben habe ich es tatsächlich geschafft, alle meine E-Mailadressen ins hübsche E-Mailprogramm zu integrieren. Das ist prima. Denn schliesslich nutze ich den ganzen Tag E-Mails.

Alfred auf Windows

Unter OSX habe ich sehr schnell Spotlight ausgeschaltet, weil dessen Indexierung das ganze System langsam gemacht hat. Irgendwann stiess ich dann auf Alfred als Alternative. Diese Software ist sehr mächtig. Ich habe sie aber nur für das Schnellstarten von Dateien und als schneller Taschenrechner genutzt. Beides wird auch wunderbar von WOX auf Windows realisiert.

MSOffice

Ich habe mir diesmal eine Vollversion von MSOffice inklusive Cloudspeicher von 1TB gegönnt. Bislang scheitert die Aktivierung noch daran, dass mir Lenovo keine Seriennummer geschickt hat und auch auf ein Supportticket nicht reagiert. Aber das wird schon noch. Auf OSX war ich mit Pages und Numbers sehr zufrieden. Doch leider gibt es diese Programme nicht auf Windows. Keynote habe ich schon vor langer Zeit mit der HTML-Präsentationssoftware Reveal ersetzt. Und mit LibreOffice oder vorher OpenOffice arbeite ich einfach nicht gerne. Da gilt das Gleiche wie bei den Dateimanagern: die Software ist einfach unsagbar hässlich! Und da ich den ganzen Tag am Rechner sitze, möchte ich den Anteil hässlicher Software so gut es geht minimieren. OSX hat da eindeutig einen Vorteil. Aber wie erwähnt stimmt für mich das Gesamtpaket leider nicht mehr.

VirtualBox

Ich muss Windows nicht mehr für Tests virtualisieren, das ist schonmal prima. Leider kann ich nicht einfach eine Safari-Testumgebung für VirtualBox runterladen. Apple ist einfach unfreundlich zu Entwicklern. Aber da ich aktuell auch Screenreader testen muss, benötige ich trotzdem eine VirtualBox mit einer Windows 10-Testumgebung.

Rambox

In meinem aktuellen Projekt bin ich in zwei Slack-Gruppen unterwegs. Und da ich nebenher auch noch Twitter und Telegram laufen habe, nutze ich nun Rambox, um alles in einem Programm an einem Ort zu haben. Hinzu kommen dann noch Instanzen von Skype, Hangout und dem Google Kalender. Eine prima Sache, das alles an einem Ort in unterschiedlichen Reitern zu haben.

Kleinkram

Filme und Serien schaue ich wie gewohnt mit dem Multi-Könner VLC. Da gibt es keine vernünftige Alternative.

Für die Kommunikation mit den Designern im Projekt gibt es Zeplin, eine App, in die Sketch-Files hochgeladen und kommentiert werden können. Diese App gibt es netterweise auch für Windows.

Windows komprimiert zwar selber, aber genau wie bei OSX ist es besser, sich auf spezialisierte Software zu verlassen. 7zip ist aktuell das passende Tool.

Als Tool zur Bildbetrachtung und -konvertierung habe ich mir wieder IrfanView installiert. Dieses geniale Tool fehlt eindeutig auf dem Mac. Ich habe es direkt aus dem Windows-App-Store installiert.

Für Screenshots kann ich glücklicherweise weiterhin auf Monosnap bauen. In den letzten Jahren habe ich es sehr schätzen gelernt. Man kann mit diesem Tool nicht nur Screenshots erstellen und diese mit Markeriungen und Texten versehen. Man kann sogar Screencasts erstellen. Für kleinere Aufnahmen war das Tool immer wieder hilfreich.

Alles toll?

Es ist ja nicht so, dass ich nun im siebten Himmel schwebe und alles toll finde. Aber das war auch vorher nicht der Fall.

Die Dateimanager sind ja sowohl bei Apple als auch bei Microsoft nur so halb gut. Deshalb habe ich in den letzten Jahren auf dem Mac immer ForkLift genutzt, wenn ich mehr wollte, als einfach nur eine Datei anzuklicken. Ähnliche Software gibt es auch für Windows, manchmal sogar kostenlos. Doch leider geöhren diese Programme alle in die Kategorie „Augenkrebs“. Sie sind einfach potthässlich. Es war diese Hässlichkeit der Windows-Oberflächen, die mich Ende 2009 final zum Wechsel auf OSX bewogen. Mittlerweile hat sich einiges geändert. Es gibt durchaus gut ausschauende Windows-Sotware. Es gibt aber auch Software wie die diversen Dateimanager oder Thunderbird, deren Oberfläche einfach zum Weglaufen ist. Leider sind die Oberflächen auch schlecht anpassbar.

Diese hässlichen Anwendungen werden mich nun immer wieder ärgern. Aber irgendeine Kröte musste ich schlucken. Wär ich bei OSX geblieben, hätte ich vie Geld für ein MacBook Pro ausgegeben, das meinen Bedürfnissen nicht im Geringsten entspricht. Und während Microsoft den Eindruck vermittelt, dass sie sich in eine bessere Zukunft entwickeln und auch schon viel verbessert haben, habe ich bei Apple den entgegengesetzten Eindruck. Die Software wird von Jahr zu Jahr schlechter und ich glaube ihnen nicht, wenn sie versichern, man wolle macOS nicht mit iOS verbinden. Darauf wird es sicherlich in ein paar Jahren hinauslaufen.

Seltsamerweise habe ich mich schnell wieder daran gewöhnt, auf dem PC eine E-Mail-Adresse korrekt zu schreiben. Denn das At-Zeichen erreicht man da ja über eine komplett andere Tastenkombination. Kopieren, Ausschneiden und Einfügen sind hingegen Shortcuts, die ich immernoch bewusst vornehmen muss. Da ist der Wechsel von „Cmd“ zu „Strg“ doch enorm. Ich finde die Apple-Shortcuts praktischer, da man die Cmd-Taste mit dem Daumen treffen kann. Hinzu kommt dass sich das Tastaturlayout meiner externen Tastatur im Detail von der des Notebooks unterscheidet: die Tasten „Fn“ und „Strg“ sind vertauscht. Das hört sich erst einmal nach einer Kleinigkeit an, ist es aber nicht. Aber ich werde mich dran gewöhnen. Mein Umstieg von Windows auf OSX hat damals auch locker ein Vierteljahr gedauert.

Ich war so sehr auf die Hardware konzentriert, dass ich vollkommen ausgeblendet habe, was der Umstieg an Arbeit und Zeit kostet. Auch mein Workflow fiel dabei hinten runter. Gleich am ersten Tag an der Arbeit – der dritte Tag meines Rechners – hatte ich das große Bedürfnis, den Rechner wieder zu putzen und zurückzuschicken und mir stattdessen doch einen Mac zu kaufen. Es sind die Kleinigkeiten, die mich haben (ver)zweifeln lassen. Die Tastaturkombinationen, die in Fleisch und Blut übergegangen sind, mit denen ich mir bekannte Programme gestartet habe. Allein die Abwesenheit komplett hässlicher Programme ist schon sehr angenehm bei macOS. Natürlich habe ich keinen Rückzieher gemacht und werde mir auch hier wieder Zeit genehmigen müssen, um mich einzuleben.

Die Einrichtung der Umgebung ging hingegen total einfach von statten. Während mein Mac seit etwa einem Monat eine Zusammenarbeit mit meinem großen Asus-Monitor ablehnte und auch in der Vergangenheit immer mal wieder ordentlich zickte, funktionierte der Monitor einwandfrei ab der ersten Sekunde mit dem neuen Notebook. Auch der Drucker, den ich über WLAN ansteuere, war in Windeseile und ohne Probleme eingerichtet. Von Microsoft habe ich mir dann noch eine Tastatur-Maus-Kombination gekauft, die wirklich toll ist.

Ein wichtiges Detail sind für mich virtuelle Desktops. Ich habe mich daran gewöhnt, meine diversen Programme auf diesen zu verteilen. Und manchmal möchte ich auf beiden Monitoren mehrere Desktops haben, manchmal möchte ich auf dem Nebenmonitor nur einen Desktop haben, da ich dort dann einen TV-Serie nebenher laufen lasse. Das ging in letzter Zeit mit macOS prima. Unter Windows kann ich zwar bestimmen, dass eine Software auf alle virtuellen Desktops vorkommt, ich aber nicht auf beiden Monitoren unterschiedliche Anzahlen virtueller Desktops haben. Das ist aktuell ein kleines Ärgernis. Aber ich weiss auch noch sehr lebhaft, dass Apple ohne Not seine toll implementierten virtuellen Desktops bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt hat, um sie dann erst Jahre später wieder halbwegs zu reparieren. Aber so gut wie noch unter OSX 10.6 (das war vor 9 Jahren!) sind sie nie wieder geworden.
Und da Microsoft in der Vergangenheit schon große Lernfähigkeit gezeigt hat, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich dieses Detail noch ändern wird.

Ich bin für Tipps und Linktipps dankbar. Und mich würden Erlebnisberichte von anderen Umsteigern interessieren.

11 Responses to “Mein Umstieg auf Windows”

  1. Maik sagt:

    2 Tipps von mir:
    – meines Wissens nach kann man die FN und STRG Taste im BIOS vertauschen, geht jedenfalls bei älteren Thinkpads.
    – Virtualbox finde ich etwas behebig, Windows bringt eine Onboardlösung mit, muss unter den features nachinstalliert werden und nennt sich Hyper V. Funktioniert für mich sehr gut.

    • Danke für Deinen Kommentar. Die beiden Tasten sind ja nur in der externen Tastatur vertauscht. Es kann sein, dass die nächste externe das wieder anders handhabt. Aber ich behalte es mal im Hinterkopf, falls ich nicht damit zurecht komme.

      Hyper V hatte ich schonmal irgendwo gelesen. Aber nur als Schlagwort. Ich habe davon echt keine Ahnung. Allerdings ist es ja normal, wie in meinem aktuellen Projekt, dass man eine VM für VirtualBox bekommt. In diesem Falle habe ich mir eine von Microsoft gezogen und dann Screenreader darin installiert. Ich müsste also einen Weg finden, exakt eine solche VM in Hyper V laufen zu lassen.

      Naja, ich habe ja einsame Abende im Hotelzimmer und kann suchen. 🙂

    • Ich habe gerade mal bei modern.ie geschaut: man kann dort eine VM mit Edge tatsächlich auch für Hype V runterladen. Das werde ich wohl mal testen müssen. Denn langsam ist VirtualBox ja in diesem Falle schon. Und zwar unabhängig vom Betriebssystem.

  2. Achja, ich habe ganz vergessen Tweeten als Twitter-Client zu erwähnen. Den gibt es im Windows-App-Store.

  3. Jens Martsch sagt:

    Als Dateimanager kann ich dir nur wärmstens DirectoryOpus empfehlen. Den gibt es auch in einer Variante mit SFTP Unterstützung und ist der beste Dateimanager den ich je im Einsatz hatte. Anpassbar bis zum umfallen, wenn man denn will. Kann alles, macht alles. Außer Kaffee.

  4. jke sagt:

    OK, zuerst: Wenn Du magst, dann bitte gerne die Zusammenfassung dessen beim nächsten Webmontag Frankfurt als Vortrag. Im September (Ignite) oder November. Bei uns im Team hat der Videomann auch auf Win10 umgestellt und fährt damit ganz gut. Musste er so machen, weil die Apple Hardware nicht performant genug war.

    Das ThinkPad ist super! Hat das auch noch einen Dockingport? Bei den Dell Latitudes (und HP EliteBooks, der Konkurrenz) war es zeitweise so, dass man die Strg und Fn-Tasten im Bios extra anpassen kann. Also nicht nur wie oben schon erwähnt beim Thinkpad, sondern beim Dell extra so, damit es dem ThinkPad ähnelt und die Leute nicht nur in alter ThinkPad-Treue nur auf ThinkPads setzen. HP und Dell hatten da nach der Übernahme durch Lenovo gut aufgeholt. Die Einstellungen zur Akkuladung (damit die bei fest verbauten Akkus nicht ständig überladen werden) macht die Sache seit einigen Jahren auch viel erträglicher. Bei meinem Dell Latitude E5450 aus 2015 (hier auf einer Dockingstation an einem 24″ IPS im Home Office, bin ja auch selbstständig), der zu 95% aufm Dock hängt, ist das Wear Level des Akkus („HWInfo“ heißt das Tool) gerade mal bei 14,2%. Das ist schon viel besser als das was es früher bei den Laptops gab. Und ich repariere öfter MBP, da wundere ich mich immer wie die Leute tatsächlich produktiv sind (read: leidensfähiger sind) mit ihren alten Kisten während man im Windows-Bereich schön längst neu gekauft hätte. Aber das liegt vielleicht auch am Unterschied Consumer zu Business Geräten, und Apple befindet sich ja ca. dazwischen.

    Zum E-Mail Programm schrieb ich bereits: eM-Client. Kostet leider 50€, regt mich von allen Clients unter Windows aber am wenigsten auf. Und ich finde es auch absurd, dass wir auf den Smartphones die geilsten Apps haben, aber so etwas elementares wie E-Mail hat noch immer auf allen OS richtig schlechte Clients. Ich hatte dazu mal gebloggt, es scheint wohl an den Softwarepatenten zu liegen oder dass es halt so eine Scheissarbeit ist, dass niemand wirklich einen tollen Client anbieten möchte. Oder halt nur gegen gute Bezahlung, was ja auch ok ist. Hab sie auch alle getestet. Es gibt dazu einen populären Blogpost im Netz von einem Linuxer, der nach einem guten Client unter Windows gesucht und dazu geschrieben hatte.

    Zum Passwortmanager: Da gibt es doch noch 1Lastpass, das damals ein Bookmarksync tool aufgekauft hatte und davon dann eine Premiumversion anbot. Ist glaube ich was die Speicherung in der Cloud betrifft genauso problematisch wie 1Password.
    (ich vermisse übrigens auch den Google Reader und das alte Delicious.com Browser Plugin aus 2005, was damals alles so gut lief. Irgendwie so vieles verschlimmbessert worden in den letzten Jahren, die Alternativen finde ich alle nicht besser).

    Und noch zu Dropbox: Davon habe ich mich letztens verabschiedet und bin zu OneDrive gewechselt (neben eigener Nextcloud usw.), weil 1. das sowieso immer ungefragt nachinstalliert wird unter Win10 bei jedem Update und 2. mich der Dropbox Client so aufgeregt hatte in letzter Zeit. Dessen Performance war früher immer ein Grund für Dropbox, aber mittlerweile zog der mir zu viel CPU-Time und dann gibt es den auch nur 32bit.

    Diesen Kontrollverlust unter Win10 mit einigen Updates und Verschlimmbesserungen (letztens wurden unter Update 1803 Ordnergrößen falsch angezeigt) finde ich noch etwas problematisch und macht mir manchmal Angst. Aber mich zB regt es weniger auf als OSX, wo ich auch viele Nutzer*innen kenne, die das alles einfach immer so hinnehmen. So wie man beim iPhone zB auch einfach nur das Gerät nutzen möchte und diesen ganzen Einstellungszoo unter Android nicht braucht. Ich würde mich freuen, wenn ich dieses „it just works“-Gefühl wie beim iPhone auch aufm Desktop bekomme, also Dev-Setup haben, das man 1x aufsetzt und das dann immer mit einem Klick deployed werden kann. Überhaupt, wie am Beispiel E-Mail Client ersichtlich, dass es mobil tolle Apps gibt, aber aufm Desktop immer noch so viel Murks läuft. Oder TimeMachine für Windows anbieten, weniger für das Backup, mehr als Sync für die vielen kleinen Einstellungen. Bin gespannt, ob da irgendwann nochmal der Fokus mehr auf den Desktop gesetzt wird. Die Kids kennen ja primär mobil und andere Nutzungsszenarien, also auch Mobil-Nr statt E-Mail als Einstieg und dann frage ich mich immer, ob es da für unsere Generation nochmal eine Verbesserung aufm Desktop geben wird oder ob es immer so halbgar bleiben wird.

    (sry für langen comment!)

    • Hallo Jürgen, danke für das Koreferat 🙂

      Den E-Mail-Client werde ich mal austesten. Ich habe kein Problem damit, für Software Geld auszugeben. Warum auch? Das ist doch Arbeit! Allerdings habe ich mittlerweile alle Adressen auch in den eingebauten Mailclient installieren können. Man muss nur oft genug drauf beharren, dass das Problem es noch und noch und nochmal probieren soll, dann geht es.

      Backup-Lösung ist eine meiner nächsten Aufgaben. Und beim Passwortmanager ist es doch egal, wem ich Geld bezahle. Oder ich nehme ein kostenloses Programm, das aber hässlich ist und evtl. nicht auf dem iPad meiner Frau funktioniert. Ich habe ja auch sehr viele Geräte, die ich bespielen will. Berufskrankheit 🙂

      Ein Vortrag auf dem Webmontag ist eine sehr gute Idee. Aber da ich bis Ende des Jahres montags bis donnerstags in Köln bin, werde ich Dich wohl auf nächstes Jahr vertrösten müssen.

    • Maik sagt:

      für Windows gibt es einen netten Paketmanger namens Chocolatey den ich regelmäßig einsetze. Zusammen mit Boxstarter kann man sich an so etwas wie ein „ein Klick“ Setup zusammenbauen

      • Ja, den kenne ich. Aber ich habe noch nicht ganz den Sinn für mich entdeckt. Alle systemnahen Programme, die ich irgendwie mit node.js werde ansprechen müssen/wollen, werde ich auf der Bash installieren. Die sind dann im WSL integriert. Das wären sie meinem Verständnis nach mit Chocolatey nicht.

        Und die sonstige Software, die ich mit Chocolatey installieren kann, kann ich auch runterladen. Irgendwie muss ich ja auf die Idee kommen, dass es die Software gibt. Eine gute Alternative ist auch noch der App-Store. Den habe ich jetzt bei IrfanView genutzt.

        Also, mir fehlt bislang noch die zündende Idee für eine Nutzung von Chocolatey. Ich will ja auch nicht dauernd mein System neu aufsetzen. Mich interessiert das System eigentlich überhaupt nicht. Das soll mir aus dem Weg gehen. Ich will arbeiten können, mehr nicht.

        Wofür genau nutzt Du Chocolatey? Sowas wie git, node & Co. habe ich ja schon über die Bash installiert. Ein lokaler Webserver kommt auch noch dran, vermutlich mit XAMPP, weil MAMP Pro auf dem Mac einfach immer schlechter geworden ist. Aber die Bedienung ist leider besser.

        • Maik sagt:

          Ich installiere öfter mal einen neuen PCs und finde es gut eine zentrale Anlaufstelle für meine regelmäßig eingesetzten Apps zu haben. Im Idealfall installiere ich alle Anwendungen wie Browser, Bildbetrachter, Entpacker, VLC, Passwortmanager (Keepass mit Sync bei mir) mit einer Eingabezeile ohne manuell die Prgramme downloaden zu müssen. Dazu kommt dann noch die integrierte Update-Funktion.
          Hatte den Kommentar eher an jke gerichtet, da er nach einer Lösung für „ein Klick“ gesucht hatte. Für normale Anwender ist Chocolatey vielleicht zu viel, deshalb hatte ich es ursprünglich auch nicht in meinen Tipps 😉

  5. Jens Martsch sagt:

    Für den Webserver nutze ich Laragon. Einfach und schnell und kommt mit allem was man braucht. Generiert sogar automatisch virtual Hosts. Besser als XAMMP!