Ruhe in Frieden – Dr. Web

Seit dem 1. November diesen Jahres ist Dr. Web Geschichte. Die Website wurde nach 14 Jahren ohne einen öffentlichen Kommentar eingestellt. Die Inhalte bleiben als Archiv im Web. Ohne Twitter hätte ich wahrscheinlich viel später von der Einstellung erfahren.

Mit Dr. Web begann meine Sozialisation als Webentwickler. Neben SelfHTML zog ich aus Dr. Web sicherlich die meisten Infos. Auch die ersten beiden Bücher las ich mit Interesse. Vor allem aber freute ich mich auf den wöchentlichen Newsletter. Das waren noch Zeiten. Mittlerweile bin ich aus der Zielgruppe herausgewachsen und habe nur noch sporadisch auf der Seite vorbeigeschaut. Nach dem Abschütteln der gelben Phase tat dieses „Vorbeischauen“ auch nicht mehr so den Augen weh.

Stefan Münz findet sehr passende Worte zur Einstellung von Dr. Web und läßt das Projekt sehr schön Revue passieren. Danke Stefan, für diesen sehr guten „Nachruf„.

Offenbar paßte Dr. Web nicht mehr in der Konzept der Betreiber, die sich zukünftig lieber auf smashingmagazine und Noupe konzentrieren werden. Ein nachvollziehbares Konzept in meinen Augen. Denn beide haben durch die englische Sprache eine viel breite Zielgruppe und eine größere Auswahl an potentiellen Autoren.

Vielen Dank für viele informative und hilfreiche Jahre an das Dr. Web-Team. Ich wünsche Sven, Vitaly und dem ganzen Team viel Glück bei der Neuausrichtung. Ihr macht einen tollen Job!

7 Responses to “Ruhe in Frieden – Dr. Web”

  1. Stefan Münz sagt:

    Ich war wirklich sehr verwundert, warum das mit dem Ende von Dr. Web bislang niemandem so recht aufgefallen war, und warum nicht die ganze Szene von Heise bis dciwam Kopf stand. Es war wohl der Wunsch der Betreiber, sich möglichst unauffällig aus dem Staub zu machen. Sollte man respektieren. Allerdings müssen sie sich gefallen lassen, dass es nun doch irgendwie die Runde macht, und dass dabei dies und das gemutmaßt wird. Vielleicht gibts ja irgendwann noch ein Statement von Sven oder Vitali.

  2. Chris sagt:

    R.I.P. Dr. Web – wirklich mehr als schade. Ich kann mich noch gut an die gelben Anfänge erinnern und wie Dr. Web neben SelfHtml einst die erste Anlaufstelle für (deutsche) Webdesigner und Webentwickler war.

    Auch wenn ich das Smashing Magazine & Noupe natürlich auch lese – you´ll be missed!

  3. Dennis Frank sagt:

    Oha. Das ist schade, aber (für mich) leider auch nicht mehr sonderlich relevant. Ganz anders in den späten 90er und den ersten Jahren dieses Jahrtausends. Schon bevor es gelb wurde, schickten mich Fireball und Altavista häufig zum Dr. Web Magazin.
    In der Dr. Web Community und dem Forum (später Strohhalm) wurde 2001/2002 zum Beispiel tatsächlich noch tagelang intensiv über CSS vs. Tabellenlayout diskutiert. Ich fuhr zum ersten (und einzigem?) Forumstreffen in Hamburg und wurde 2002 mit meiner Smiley Maschine gefeatured. Über das gelbe Buch habe ich mich sehr gefreut.
    Das ist alles schon so lange her und ich kenne eigentlich kaum noch jemanden aus der Dr. Web Community. Vor allem in letzter Zeit führte mich der eine oder andere Tweet dann aber doch mal wieder öfters zum Dr. Web Magazin. Schade, dass es vorbei ist und vielen Dank ab Sven, Vitaly und das gesamte Dr. Web Team! Wer weiß, was ich ohne Euch geworden wäre…

  4. molily sagt:

    Den Newsletter hatte ich vor 10 Jahren auch mal abonniert… Doch so richtig warm wurde ich mit Dr. Web nie. Ehrlich gesagt hat mich dieses Konzept schon immer abgeschreckt. Die Art, sich mit Technik auseinanderzusetzen, war nicht die meine, und hat mich in meinem Verständnis vom Webentwicklung, Programmierung und Design nicht weitergebracht. Dr. Web hatte versucht, das Schreiben über Webauthoring zum Geschäftsmodell zu machen (Bücher, Abo, Werbung, bezahlte Autoren usw.). Letztlich haben sie es geschafft, SmashingMag ist betriebswirtschaftlich gesehen sicher erfolgreicher als sämtliche anderen Magazine. SmashingMag ist einfach gigantisch, zehn oder hundert Mal populärer als sämtliche Magazine, die ich kenne – von den obskuren, aber technisch bahnbrechenden Blogs ganz abgesehen. Das ist mir gleichzeitig unbegreiflich und ich finde es faszinierend. Mit Nettuts und Co. war sogar eine Art Boulevardisierung zu beobachten: Dieses Format ist kommerziell erfolgreich und viele adaptieren es (oder gehen zugrunde).

    Inhaltlich lebte Dr. Web m.E. davon, dass sich andere in die Materie vertieften bzw. den Kopf zerbrachen. Innovation passierte woanders: Die Denker, die bspw. die Webstandards-Bewegung begründet haben, neue Techniken ausprobiert haben, grundlegende Herangehensweisen erarbeitet haben, publizierten nicht in einem solchen Umfeld. Sie wurden dort nur verlinkt, als sie schon zum Kanon gehörten. Ich habe einfach deren Weblogs direkt gelesen und nicht erst seit der Hochzeit des oft kritisierten »Listenbloggens« das Gefühl gehabt, dass sie Ideen verbreiten und vermarkten, die Designer und Programmierer kostenlos in ihren Blogs verbreiten. Das soll nun keine moralische Empörung sein, dieses an sich nützliche Meta-Format hat mich lediglich nicht interessiert und ich würde keinem angehenden Techniker solche Magazine empfehlen. Klar, mittlerweile schreiben auch renommierte Leute wie Chris Heilmann oder Thierry Koblentz für SmashingMag, also einsichtige Techniker. Aber auch hier sind die »Originalseiten« meist aufschlussreicher, um Hintergründe zu verstehen.

    Es wird vermutlich eine – sicher von einer entsprechenden Rationalität geleitete – unternehmerische Entscheidung gewesen sein, Dr. Web ruhen zu lassen. Dass nun nicht »die Szene« auf dem Kopf steht, liegt für mich auf der Hand: Sie hat sich so ausdifferenziert, dass dciwam, SELFHTML, Webkrauts-Blogs und Co. ganz andere Zielgruppen haben als Dr. Web einst. Und die Gruppen überschneiden sich untereinander auch nur gering.

  5. Krissie sagt:

    Ich finde es sehr schade, dass es Dr. Web nicht mehr gibt. Als Plus-Nutzer fand ich die rechtlichen Themen auch immer sehr interessant und hilfreich.
    Ich besitze sogar noch die letzte schwarz-gelbe Dr. Web-CD mit dem Archiv von 2007/2008… So ändern sich die Zeiten!

  6. macx sagt:

    Ich habe bis heute nicht einen Artikel bei Dr. Web gelesen. Da ich ein visueller Mensch bin, hatte mich alleine das Design schon immer abgeschreckt. Später sah die Seite wie ein Klon von Smashing Magazine aus. Schon da hatte ich mich gefragt, warum es nicht gleich ins SM integriert wurde. Nun ist Schluss. Vielleicht war ich ja nicht der einzige, bei dem Dr. Web nie landen konnte. Mag vielleicht sogar ein bisschen am Namen gelegen haben. 😉

  7. Sehr schade, die Einstellung von Dr. Web. Habe regelmäßig gelesen besonders die +-Themen. Habe mich gestern über ein PayPal Guthaben gewundert und mußte feststellen, daß Dr. Web kommentarlos eingestellt wurde. Ruhe in Frieden.