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	<title>Kommentare zu: EU-weite Richtlinien f&#252;r Barrierefreiheit</title>
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	<description>Weblog über Webstandards, das Internet und vieles mehr.</description>
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		<title>Von: Eric Eggert</title>
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		<dc:creator>Eric Eggert</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 17:02:47 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Die traurige Realit&#228;t ist ja, da&#223; das W3C sehr lange f&#252;r die Verabschiedung der WCAG2 ben&#246;tigt hat&lt;/blockquote&gt;

K&#246;nnen wir das M&#228;rchen mal vergessen? Ja, die WCAG2 hat l&#228;nger gedauert, aber auch deshalb weil man irgendwann noch einmal fast ganz von vorne beginnen musste, weil sich die Webdesigner erst gemeldet haben als es 5 vor 12 war. Sonst h&#228;tte das viel fr&#252;her ver&#246;ffentlicht werden k&#246;nnen (Der Standard w&#228;re aber auch ein schlechterer.) Und die Prinzipien haben ja auch nicht erst zum Stichtag im letzten Dezember G&#252;ltigkeit erhalten, sondern waren ja vorher schon anwendbar (&#228;hnlich wie es jetzt auch mit HTML5 geschieht und mit CSS 2.1 – da fragt keiner nach der Unterschrift von TimBL).

Nichtsdestotrotz ist eine schnelle Umsetzung der Richtlinien in den einzelnen L&#228;ndern Pflicht, die WCAG2 nimmt dabei in den n&#228;chsten Wochen eine der gr&#246;&#223;ten H&#252;rden, die es in diesem Prozess gibt, das ist die autorisierte &#220;bersetzung. Es bleibt dann zwar einer Kommission &#252;berlassen, ob sie zugunsten von Einzelinteressen einzelne Punkte der WCAG2 aufweicht – von Interessensgruppen, die sich vorher fast 8 Jahre nicht um den WCAG-Prozess gek&#252;mmert haben.

Aber was nutzt uns die beste BITV2, wenn sie einfach nicht umgesetzt werden muss, weil sie f&#252;r niemanden bindend ist. Selbst wenn der Bund im n&#228;chsten Jahr eine Verordnung bekommt, muss diese von den L&#228;ndern &#252;bernommen (und, ist ja klar, weiter aufgeweicht) werden. Und die Geschwindigkeit in der das geschieht liegt etwa bei 1/10 W3C :)

Aber selbst dann gilt sie ganz begrenzt nur f&#252;r &#246;ffentliche Anbieter, nicht f&#252;r private. Und der einzelne Betroffene kann sich nichtmal gegen eine vorhandene Diskriminierung wehren, wenn sie auftritt. Er muss eine Verbandsklage anstrengen, das hei&#223;t der Verband muss seine eigenen Geldgeber verklagen. Das passiert nicht. Es gibt drei klare Forderungen:

1. F&#252;r alle L&#228;nder der EU und auch in Deutschland muss die identische WCAG2 gelten.
2. Diese Verordnung gilt f&#252;r alle &#246;ffentlichen und privaten Webseiten, die ein kommerzielles Interesse verfolgen.
3. Wenn ein Angebot nicht barrierefrei ist, muss es die M&#246;glichkeit geben neutral mit dem Anbieter in Kontakt zu treten, in Form einer Schlichtung. Eine gescheiterte Schlichtung ist Voraussetzung f&#252;r ein Verfahren.

Die BITV, wie sie jetzt existiert, schlie&#223;t mehr aus als ein, es ist wichtig einen Schritt nach vorne zu gehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die traurige Realit&#228;t ist ja, da&#223; das W3C sehr lange f&#252;r die Verabschiedung der WCAG2 ben&#246;tigt hat</p></blockquote>
<p>K&#246;nnen wir das M&#228;rchen mal vergessen? Ja, die WCAG2 hat l&#228;nger gedauert, aber auch deshalb weil man irgendwann noch einmal fast ganz von vorne beginnen musste, weil sich die Webdesigner erst gemeldet haben als es 5 vor 12 war. Sonst h&#228;tte das viel fr&#252;her ver&#246;ffentlicht werden k&#246;nnen (Der Standard w&#228;re aber auch ein schlechterer.) Und die Prinzipien haben ja auch nicht erst zum Stichtag im letzten Dezember G&#252;ltigkeit erhalten, sondern waren ja vorher schon anwendbar (&#228;hnlich wie es jetzt auch mit HTML5 geschieht und mit CSS 2.1 – da fragt keiner nach der Unterschrift von TimBL).</p>
<p>Nichtsdestotrotz ist eine schnelle Umsetzung der Richtlinien in den einzelnen L&#228;ndern Pflicht, die WCAG2 nimmt dabei in den n&#228;chsten Wochen eine der gr&#246;&#223;ten H&#252;rden, die es in diesem Prozess gibt, das ist die autorisierte &#220;bersetzung. Es bleibt dann zwar einer Kommission &#252;berlassen, ob sie zugunsten von Einzelinteressen einzelne Punkte der WCAG2 aufweicht – von Interessensgruppen, die sich vorher fast 8 Jahre nicht um den WCAG-Prozess gek&#252;mmert haben.</p>
<p>Aber was nutzt uns die beste BITV2, wenn sie einfach nicht umgesetzt werden muss, weil sie f&#252;r niemanden bindend ist. Selbst wenn der Bund im n&#228;chsten Jahr eine Verordnung bekommt, muss diese von den L&#228;ndern &#252;bernommen (und, ist ja klar, weiter aufgeweicht) werden. Und die Geschwindigkeit in der das geschieht liegt etwa bei 1/10 W3C <img src='http://grochtdreis.de/weblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Aber selbst dann gilt sie ganz begrenzt nur f&#252;r &#246;ffentliche Anbieter, nicht f&#252;r private. Und der einzelne Betroffene kann sich nichtmal gegen eine vorhandene Diskriminierung wehren, wenn sie auftritt. Er muss eine Verbandsklage anstrengen, das hei&#223;t der Verband muss seine eigenen Geldgeber verklagen. Das passiert nicht. Es gibt drei klare Forderungen:</p>
<p>1. F&#252;r alle L&#228;nder der EU und auch in Deutschland muss die identische WCAG2 gelten.<br />
2. Diese Verordnung gilt f&#252;r alle &#246;ffentlichen und privaten Webseiten, die ein kommerzielles Interesse verfolgen.<br />
3. Wenn ein Angebot nicht barrierefrei ist, muss es die M&#246;glichkeit geben neutral mit dem Anbieter in Kontakt zu treten, in Form einer Schlichtung. Eine gescheiterte Schlichtung ist Voraussetzung f&#252;r ein Verfahren.</p>
<p>Die BITV, wie sie jetzt existiert, schlie&#223;t mehr aus als ein, es ist wichtig einen Schritt nach vorne zu gehen.</p>
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