Rezension: Das WordPress -Buch

Frank Bültge ist einer der profiliertesten Köpfe zum Thema WordPress im deutschsprachigen Raum. Nach seinem ersten Buch über WordPress, das sich mehr an einfache Anwender richtete und mehr die Bedienung des Blogsystems in den Fokus richtete, legt er nun sein zweites Buch zu WordPress vor.

Zusammen mit Co-Autor Thomas Boley hat er wieder bei Open Source Press ein etwa 350 Seiten starkes Werk vorgelegt, das sich vor allem an fortgeschrittene Anwender richtet. Aber auch Profis können sicherlich die eine oder andere Anregung mitnehmen.

Die einfache Bedienung des Systems bleibt diesmal außen vor, stattdessen widmen sich die Autoren unter verschiedenen Aspekten der Templateerstellung. Mittels 960.gs und YAML werden Templates erstellt. Das YAML-Kapitel stammt von Michael Preuß, einem echten Spezialisten auf diesem Gebiet. Ich finde es löblich, daß die Autoren sich zweier CSS-Frameworks bedienen, nichts selber entwickeln. Sie weisen den Lesern einen sinnvollen Weg, die Arbeit zu erleichtern und zu beschleunigen.

Die eindeutigen Stärken des Buchs sind aber in meinen Augen die Kapitel über Sicherheit in WordPress und über Plugins. Hier kommt die ganze Erfahrung, das ganze Wissen von Frank zum Tragen. Sie nehmen zusammen mit der Templateerstellung auch den Großteil des Buches ein. Das Kapitel über Suchmaschinenoptimierung ist erfreulich dünn geblieben und es werden nicht die alten, noch immer falschen Behauptungen nachgebetet. Stattdessen gibt es wenige, aber gute Empfehlungen.

Etwas überflüssig sind die Toolempfehlungen im Anhang. Sie riechen nach Füllmaterial. Die Auflistung und kurze Erklärung der Templatetags erscheint mir wiederum sehr sinnvoll.

Bei Computerbüchern, speziell bei Büchern über sich schnell weiterentwickelnde Topics wie WordPress, höre ich immer wieder, daß mein Gegenüber lieber Blogs lese. Ich empfinde das nicht als Gegensatz, jedenfalls nicht, wenn das Buch gut geschrieben ist. Ein Buch kann niemals die Aktualität von Blogs und Internetmagazinen ausstechen. Manchmal können Bücher detaillierter werden. Der große Vorteil von Büchern ist für mich, daß sie konzentrierte Informationen bieten. Ich hätte große Mühe, diese Informationen aus dem Internet zusammenzuklauben. Zusätzlich geben sie mir eine Orientierung für den großen Informationswust im Internet.

Das Buch von Frank Bültge und Thomas Boley bietet viel Orientierung und gibt viele interessante Detailinformationen. Das Buch hat mir das Interesse für WordPress wieder zurückgegeben und einen anderen Blick auf die Software eröffnet. Ich kann es jedem empfehlen, der sich ernsthaft mir WordPress auseinandersetzt.

3 Responses to “Rezension: Das WordPress -Buch”

  1. Frank sagt:

    Vielen herzlichen Dank für die schnelle und vor allem so löbliche Rezension. Ein Stein fällt mir vom Herze, da ich deine Kenntnis und Ehrlichkeit kenne und schätze.

  2. Micha sagt:

    Danke für den „Spezialisten“ 😉

  3. Dieter sagt:

    Ich habe erst angefangen das Buch zu lesen, aber mein erster Eindruck geht in die gleiche Richtung.

    Besonders die Ausführungen zur Sicherheit sind wichtig, da WordPress in der 5-Minuten-Installation immer noch viel zu leicht erfolgreich gehackt werden kann. Ich glaube der Blogbetreiber hat hier selber schon leidvoll Erfahrung sammeln dürfen bzw. müssen.

    Schön, dass das Buch das Interesse an WordPress zurückgegeben hat. Die Blogsoftware hat sich inzwischen zu einer komfortablen kleinen CMS-Software gemausert, was ja auch im Untertitel des Buches richtigerweise zum Ausdruck kommt:
    Vom Blog zum Content-Management-System