Erste Schritte mit dem EeePC

Ich habe meinen EeePC nun schon eine Weile. Anfangs ging ich softwareseitig vorsichtig mit dem kleinen Rechner um. Spätestens seit dem Hannoveraner Barcamp und einiger dort gesehener „Umbauten“ am mitgelieferten Linux (in der Geschmacksrichtung Xandros) bin ich allerdings ein wenig experimentierfreudiger geworden. Ich bin wohlgemerkt kein Linuxkenner, kann mit dem OS oberflächlich umgehen und habe ein gewisses Grundverständnis.
Ich habe es jedenfalls recht flott geschafft, den Rechner in die Knie zu zwingen. Der EeePC konnte auf einmal nicht mehr gestartet werden und mir ist bis heute nicht klar, welches Programm den Ausschlag gab.

Deshalb kann ich allen nur raten, die mit Linux nicht auf Du und Du sind, vorsichtig beim Experimentieren zu sein oder zumindest rechtzeitig alle wichtigen Daten zu sichern. Wenn dann wie bei mir überhaupt nichts mehr geht und das Betriebssystem nicht mehr starten will, kann man den EeePC mittels eines Knopfdruckes am Boden wieder auf den Ursprungszustand bei Auslieferung zurücksetzen – wie bei einem Palm.

Wer seinen EeePC neu eingerichtet hat, sollte als erstes ein Netzverbindung einrichten, meist WLAN. Die schon eingerichtete LAN-Verbindung versucht immer zum Rechnerstart sich zu verbinden. Diese Eigenart kann man in den Eigenschaften der LAN-Verbindung deaktivieren. Ich habe meine WLAN-Verbindung so konfiguriert, daß sie beim Rechnerstart hergestellt wird.

Steht die Internetverbindung, sollte man als Erstes ein Softwareupdate aller installierten Programme, speziell des Betriebssystems machen. Doch wie soll ich neue Programme installieren? Der EeePC ist nicht dafür geeignet, ein riesiges Paket an Programmen zu installieren. Die Auflösung ist zu gering, damit man an GIMP, Eclipse oder anderen Schwergewichten Freude hätte, geschweige denn sie bedienen könnte. Viele Menüs sind nicht komplett bedienbar. Die Kontoeigenschaften bei Thunderbird bspw. kann man nur bedingt konfigurieren, weil das untere Viertel nicht angezeigt wird und nicht angezeigt werden kann. Mir waren vor allem Opera und VLC wichtig. Da ich – wie oben beschrieben – kein Linux-Kenner bin und mir der Installationsprozess bei Linux noch unklar ist, bin ich froh über eine nette Erfindung eines Deutschen: Installationsskripte. PimpmEee-Skripte sind hübsch einfach, man muss nur einen kurzen Befehl in die Konsole (Strg+Alt+T) eingeben. Dies setzt natürlich voraus, daß man dem Ersteller der Skripte vertraut. Da es sich hier um Linux handelt kann ich getrost davon ausgehen, daß schon diverse kluge Linuxer diese Skripte gegengecheckt und für unbedenklich befunden haben.

Über ein solches Skript habe ich mir dann auch Opera und die Paketverwaltung Synaptic hinzugefügt (in der Mitte des Artikels schauen). Leider sind nach der Installation beide Programme nun jeweils mit zwei Icons vertreten. Leider ist der EeePC unpraktisch in diesem Punkt. Im Bestreben, den Rechner so einfach wie möglich ebdienbar zu machen, hat man leider auch alle Erweiterungsmöglichkeiten versteckt. Eine manuelle Bearbeitung des Easy Mode und der Icons ist deshalb nicht vorgesehen.

Das ist bedauerlich. Deshalb versuchte ich den Wechsel zum richtigen KDE-Desktop. Aber die Bedienung wurde dadurch nicht besser. Ich bin es gewöhnt, auf dem Desktop viele Daten vorzuhalten. Diese verschwinden im „Full Desktop Mode„. Die Bedienung des normalen Startmenüs ist unpraktischer, als die Reiter mit den großen Buttons im Easy Mode.

Möchte man sich mittels Synaptic neue Software installieren – beispielsweise VLC – sollte man nicht nach der Software suchen, sie auswählen und sie dann installieren wollen. Das Ergebnis wird immer eine Fehlermeldung sein. Stattdessen klickt man einfach in die Liste der Anwendung und beginnt, den Namen der gesuchten Anwendung zu tippen. Man gelangt dann zur anwendung und kann sie zur iunstallation auswählen. Fragt mich nicht, was dieser bescheurte Bug soll; die Lösung habe ich aus einem Forum.

Übrigens kann man sich auch seine eigenen PDFs mit dem Rechenzwerg erzeugen. Aus dem Januar stammt eine Übersicht über empfehlenswerte Software für den EeePC, wobei sich mir der Sinn von GIMP bei einer Auflösung von 800×480 verschließt.

Immer wieder interessante Anlaufstelle, neben diversen Blogs, sind Foren. Ich kann Euch die Foren EeePC.de und das UMPC Forum empfehlen.

Übrigens ist nicht jede Seite über den EeePC auch für denselben optimiert. EeePCNews.de sieht ja schon auf einem normalen Rechner scheußlich aus, auf einem EeePC macht das lesen allerdings überhaupt keinen Spaß mehr. Der horizontale Scrollbalken zeigt, daß der Betreiber sich keine Gedanken über en Zusammenhang von Webseite und deren Gegenstand gemacht hat.

Angesichts der großen und sehr regen Community um den EeePC, die in Windeseile entstand, bin ich sehr erstaunt darüber, daß Asus nicht einmal ansatzweise für die Community etwas tut. Die Webseite ist noch immer relativ nichtssagend, bietet kein Forum, keine Links zu guten Youtube-Filmen, keine Linkempfehlungen – nichts. Es ist unglaublich, wie konsequent Asus das wahre Potential ihres Erfolges ignoriert. Die denken anscheinend nur in Stückzahlen, verstehen aber nicht, wie sie eine Menge Kunden an sich binden könnten.

3 Responses to “Erste Schritte mit dem EeePC”

  1. Danke für Dein Vertrauen in meine Skripts 🙂

    Die Sache mit den Easy-Mode-Icons ist echt nervtötend, weshalb ich bei den neueren Skripts da auch sehr zurückhaltend geworden bin.

    Asus hat zwar die „offizielle Schnittstelle“ zu den Icons im Developer’s Guide inzwischen veröffentlicht, aber ich hatte noch keine Zeit mich da so voll reinzulesen.

    Viele Grüße jedenfalls,

    Stefan

  2. macx sagt:

    Meine Meinung: Für einen Server ist Linux immer noch die erste Wahl. Als Desktop-Betriebssystem ist es (für mich) ein echter Krampf. Ich will arbeiten und nichts konfigurieren.
    Freut mich aber, dass du prinzipiell offener für neue Dinge bist. 😉

  3. felix sagt:

    Ich würd dir empfehlen xandros runterzuwerfen und stattdessen eeexubuntu auf deinen rechenzwerg zu tun.
    ich habe das selbe getan und bin damit wesentlich glücklicher als mit xandros.

    eine anleitung und weitergehende schritte (die man alle machen sollte) findest du hier:
    http://wiki.eeeuser.com/ubuntu:eeexubuntu:home

    entgegen der empfehlung aus dem wiki, würde ich dir, solltest du dich entscheiden meinem rat zu folgen, als lan/wlan manager allerdings wicd empfehlen (über apt oder synaptic installieren).

    bei weiteren fragen kannst du mich gern anmailen oder auf der webinale ansprechen – ich bin der mit dem eeepc ohne xandros 😉