Grobkonzept für web2.0-ige Site

Silke Berz hat sich die Singlebörse Neu.de einmal angeschaut und spielt Web 2.0-Features in diesem Zusammenhang als Erweiterung des Angebotes durch. Nicht, weil sie der Überzeugung wär, daß diese Features dort dringend benötigt würden, sondern weil Neu.de selber behauptet, jetzt ein Web 2.0-Angebot zu sein. In einer Pressemitteilung vom 20. Feburar (ein Weblog gibt es nicht!) steht:“Nach 10 Monaten Planungs- und Entwicklungszeit erscheint der Klassiker unter Deutschlands Datingportalen unter der bekannten Domain www.neu.de im neuen Gewand: Seitenlayout, Logo und Farbgebung wurden rundum erneuert und zahlreiche verbesserte Features auf Basis von Web 2.0 Technologien machen das Surfen auf neu.de noch bequemer und sicherer.

Soso, „auf Basis von Web 2.0 Technologien“. Was auch immer das ist. Offensichtlich runde Ecken, denn die gibt es massenweise. Silke spielt jedenfalls sehr schön durch, welche Features diese Singlebörse haben sollte, um sich das Label „Web 2.0“ anheften zu können. Sehr schön finde ich die „Lieblingsliste: Zahlt ohne zu murren“ und die Funktion „add a product manual (…) für den Fall dass man den Ex-Mann in der Singlebörse entdeckt!“

Silke zeigt jedenfalls sehr gut – ob absichtlich oder nicht weiß ich nicht -, daß „Web 2.0“ zwar ein toller Marketingbegriff ist, nicht jede Seite aber damit in Zusammenhang gebracht werden kann. Selbst Seiten, die eigentlich nach „Social-Dingenskirchen“ riechen. Viele weitere Seiten werden ebenfalls mit Web 2.0 nichts anfangen können. Oder kann sich hier jemand eine Bankenseite vorstellen die einem selbständig Kredite vorschlägt nach der Amazon-Methode „Kunden die diesen Sparvertrag abschlossen interessierten sich auch für folgenden Kredit“ und bekommt dann am besten noch eine Liste der meisten finanzierten Produkte mittels dieses Kredites, sozusagen Affiliate-Links zu Autohäusern und Bauherren? Nein, das wird dann wohl doch nie geschehen. Auch nicht: „Wer diese Aktie kaufte, hat auch diesen Fonds gekauft.“

4 Responses to “Grobkonzept für web2.0-ige Site”

  1. „absichtlich oder nicht“ hehe 😉
    also man merkt ja ziemlich schnell, dass das alles bei ner singlebörse keinen sinn macht. eine fazit hab ich mir deshalb gespart, wollte eher auf der witzigen schiene bleiben.
    eigentlich seltsam, oder? dabei sind singebörsen ja per se schon social … schließlich wäre so ne seite ohne die user leer!

    web2.0 im banken-bereich heißt wohl smava … aber was die features angeben, da hast du wohl recht, auch bei banken machen die wenig sinn.

  2. Justus Franzen sagt:

    „Web-2.0-Technologien“ sind kaum Social-Dingenskirchen-Sachen sondern Rails, Ajax etc.

  3. Rails definitiv… und die gängigen Ajax Bibliotheken. Und Ajax macht allein schon aus Usability-Sicht sehr oft großen Sinn.

  4. Beate sagt:

    @Web 2.0 Tourist: Wo siehst du da Rails? Ich sehe keines. Genausowenig wie „gängige Ajax-Biliblotheken“. Aber ok.