Workshop am 23. März in Köln über moderne Frontendentwciklung

Barrierefreiheit mal ganz lebensnah

Barrierefreiheit ist im Deutschen ja fast ein Kampfbegriff, jedenfalls moralisch aufgeladen. Besser ist noch immer “Zugänglichkeit”, das dem englischen Original “Accessibility” besser entspricht.

Die wenigsten Kunden aber auch Webworker sehen den Sinn von Barrierefreiheit ein. “Meine Kunden bruachen das nicht. Ich habe eine andere Zielgruppe.” Ein Bild kann sehr schön den ganz allgemeinen Sinn von Barrierefreiheit auch für diejenigen “die es nicht brauchen” illustrieren.

6 Kommentare zu “Barrierefreiheit mal ganz lebensnah”

  1. Ja, das Bild spricht Bände.

    Ich habe auch schon Urinale erlebt wo ich als 179cm großer/kleiner Mensch auf Zehspitzen stehen musste um das Geschäft gerade noch so erledigen zu können. Ich frage mich was kleinere Menschen machen müssen.

    Perun    |   7.März 2007
  2. Chris hat sich schon lange mit Barrierefreiheit beschäftigt. Einen schönen Artikel findet man bei digital-web.

    Dort werden 10 (9) Gründe aufgeführt, warum Barrierefreiheit so ein Kampfthema ist:

    - Es gibt Keine Vorbilder
    - Es gibt keine unmittelbaren Vorteile durch ein barrierefreies Angebot
    - Barrierefreiheit ist mehr als technische Standards
    - Die meisten Leute haben Angst vor Behinderung und auch vor Barrierefreiheit
    - Standpunkt: wir pflegen die Seite (anstatt sie weiter zu entwickeln)
    - Qualitätssicherung orientiert sich nachwievor an Cross-Browser-Kompatibilität statt am Nutzbarkeit
    - Barrierefreiheit schränkt die Kreativität ein
    - Keiner beschwert sich, wenn es nicht barrierefrei ist
    - Barrierefreiheit erfordert Engagement
    - Es gibt Keine Vorbilder

    Und zum Begriff “Barrierefreiheit” vs. “Zugänglichkeit”. Im Gegensatz zu dem amerikanischen Begriff gibt es im Deutschen keinen Bezug zum Thema “Behinderung”, wenn von Zugänglichkeit gesprochen wird. “Barrierefreiheit” ist aber gleichbedeutend mit “behinderungsbedingt”. Damit ist nicht ein Brillenträger gemeint …

    Jan Eric Hellbusch    |   7.März 2007
  3. Da fehlt IMHO ein wichtiger Punkt:
    Barrierefreie Webseiten sind nicht Chefgerecht, sondern Benutzergerecht.

    Aber welcher angestellte Webmaster oder welche Agentur erklärt mal eben den Chef und Auftraggeber, daß dessen Meinung sekundär ist?

    Eigentlich ist die ganze Technik bei barrierefreien Webseiten ein Klaks. Jeder, der ein Anfängerkurs in HTML gemacht hat, kann barrierefreie Seiten machen.
    Aber solange das Prinzip im Kopf nicht angekommen und verinnerlicht ist, wird da nichts draus.

    xwolf    |   7.März 2007
  4. @xwolf:
    Ein Klacks? Anfängerkurs und dann wird alles gut? Das wird nicht funktionieren so lange so ein (alter) Mist gelehrt wird: http://spotlight.de/zforen/htm/m/htm-1172402057-19964.html

    Sylke    |   7.März 2007
  5. @Sylke: Da kann ich ein Lied von singen. Als unser Informatik-GK-Lehrer nach der Lektüre eines HTML-Buches über Weihnachten meinte uns HTML beibringen zu können habe ich ihn mit Validator-Fehlermeldungen konfrontiert. Er meinte dann: „Wichtig ist nur, dass es im Internet-Explorer gescheit aussieht.“ Und das von jemandem bei dem der Delphi-Code bis auf das letzte Semikolon handschriftlich in den Tests stimmen musste. Irgendwann wurde es ihm zu bunt und er hat mich für ein viertel Jahr vom Unterricht entbunden, Kommentar: „Dir kann ich ja eh nix mehr beibringen“. War gut für mich, schlecht für die anderen, die den Schund weiterhin lernen durften.

    Letzte Leistungsüberprüfung war dann eine HTML-Seite zum Thema MSS-Oberstufe zu erstellen. Alles Powepoint- und Word-Exporte. Aber alle eine Eins wert, weil ja nur wichtig war wie’s aussieht!

    Eric Eggert    |   7.März 2007
  6. Ok, ich präzisiere: Ein seriöser HTML-grundkurs, der von einem Dozenten gehalten wird, der weiss wovon er spricht.
    Und nicht etwa irgendein fauler Dozent, der sein Zeug seit Jahren nicht anpasst.

    xwolf    |   8.März 2007