Orientalisches Gebäck höchster Qualität

In Frankfurt-Höchst gibt es seit einiger Zeit einen kleinen, feinen Laden, in dem orientalsiches Gebäck und Pralinen gefertigt und verkauft werden. Normalerweise denke ich bei solchen Produkten immer an honigtriefende, übermässig süsse Dinger. Bei Bounour’s ist das nicht der Fall. Die Süsse bleibt normal. Immer gibt es nur eine Zutat, die dem Stück seinen Charakter, seinen Geschmack gibt. Solches Gebäck habe ich noch nie gegessen. Es ist wirklich eine ganz hohe Kunst.

Der Laden ist in der Nähe des Höchster Bahnhofs. Wem das zu weit ist, kann glücklicherweise neuerdings auch per Internet bestellen. Die Produkte sind alle sehr frisch und halten sich gut eine Woche, wenn man sich selber im Zaum halten kann.

Eingelegter Kürbis

Es ist gerade Kürbiszeit, also ein perfekter Zeitpunkt, um dieses Rezept zu posten. Ich liebe eingelegten Kürbis, esse ihn oft zu meinen Broten mittags. Übrigens sind alle Zutatenmengen ernst gemeint, auch die große Zuckermenge.

Zutaten

  • 1 500 g Kürbis
  • 1 Liter Wasser
  • 625 ml Essig
  • 1,125 kg Zucker
  • 1 Zimtstange
  • frischer Ingwer

Zubereitung

  • Den Kürbis in Wasser und Essig über Nacht einlegen.
  • Am nächsten Tag den Kürbis rausnehmen und das Wasser-Essig-Gemisch mit Zucker, Zimt und Ingwer aufkochen, dann den Kürbis zugeben.
  • Kürbis glasig kochen (ca. 10 – 15 Minuten)
  • Heiß in Gläser geben mit jeweils einem Stück Ingwer.
  • Die Gläser am Rand saubaermachen, zudrehen und auf den Kopf stellen, bis der Inhalt ausgekühlt ist.

Tips

  • Das Rezept ergibt 6 – 8 Gläser.
  • Die Ingwermenge habe ich nie abgewogen, ich messe sie immer mit dem Messer ab. Da ich die ungefähre Menge der zu erwartenden Gläser kenne, schäle ich den Ingwer und schneide dann für jedes Glas ein etwa daumendickes Stück Ingwer ab. [Man kann dann noch zur Sicherheit zwei Stücke zusätzlich hinzugeben, mehr aber nicht.]

Ein Rezept meiner Tante, die mich mit ihrem eingelegten Kürbis süchtig gemacht hat !

Zwiebelkuchen

Zutaten

  • Teig
  • 20 g Hefe
  • 125 ml lauwarme Milch
  • 300 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 100 g Margarine
  • Belag
  • 1500 g Zwiebeln
  • 200 g Dörrfleisch (magerer Speck)
  • 3 Eier
  • 2 Becher Saure Sahne
  • Salz
  • Paprika
  • wenig Kümmel

Zubereitung

  • Hefe mit Wasser glattrühren, dann mit Mehl und Salz verkneten. Nach und nach die Margarine unterrühren.
  • Den Teig kräftig durcharbeiten, bis er nicht mehr klebt. Zu einer Kugel formen und mit einem Tuch bedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.
  • Speck würfeln und anbraten. Zwiebeln in Ringe oder Würfel schneiden und glasig dünsten.
  • Den Teig auf einem Backblech ausrollen, die Ränder hochziehen. Zwiebeln und Speck mischen und auf dem Teig verteilen.
  • Eier, Saure Sahne und Gewürze verrühren und über den belegten Teig schütten.
  • Bei 200 Grad etwa eine Stunde backen.

Paßt traditionellerweise sehr gut zu Federweißem (für die Pfälzer: Neuer Wein), kann man aber auch sonst während des Jahres essen.

Grießbrei

Zutaten

  • 1 Liter Milch
  • 110g Grieß (Weichweizengrieß)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1-2 EL Zucker
  • 1 Eigelb
  • Salz, Butter

Zubereitung

  • Die Milch zum Kochen bringen. Vorsicht !
  • Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen, den Grieß einrühren.
  • Einen Stich Butter, eine Prise Salz und den Zucker zugeben.
  • Deckel auf den Topf und wenige Minuten ziehen lassen.
  • Kurz vor dem Servieren das Eigelb unterrühren.

Tips

  • Es sollte unbedingt Weichweizengrieß genommen werden. Hartweizengrieß klumpt, das macht keinen Spaß !
  • Mit Zimt und Zucker servieren.
  • Auch Kirschen aus dem Glas, Mandarinen oder Himbeeren aus der Dose passen dazu.

Das ist für mich der schnelle Ersatz für Milchreis. Man muß keine halbe Stunde rühren, damit nichts anbrennt.

Karthäuser Klöße

Zutaten

  • 4 alte Brötchen
  • 3/4 l Milch
  • 4 Eier
  • 1 EL Zucker
  • 1-2 Päckchen Vanillezucker
  • Semmelbrösel

Zubereitung

  • Die alten Brötchen in kleinere Stücke brechen.
  • Die Milch, die Eier, den Zucker und den Vanillezucker verquirlen.
  • Die Brötchen etwa eine halbe Stunde in der Flüssigkeit einlegen.
  • Danach die Brötchen leicht ausquetschen, zu Klößen formen und in Semmelbröseln wälzen.
  • Auf niedriger Hitze braten.

Dazu paßt am Besten Zucker und Zimt.

Das Rezept ist einfach super, um alte Brötchen zu verarbeiten. Man kann doch nicht immer nur Frikadellen und Semmelknödel daraus machen.

Apfelwaffeln

Zutaten:

  • 250g Margarine oder Butter
  • 75g Zucker
  • 4 Eier
  • 250g Mehl
  • 1Tl Backpulver
  • 1/2l lauwarme Milch
  • 300g Äpfel (geschält und feinwürfelig geschnitten)
  • 50g gemahlene Mandeln oder Nüsse
  • 1/2 Tl Zimt
  • 1 El Rum

Zubereitung:

Die kleingeschnittenen Äpfel mit Zimt, Zucker, Rum und den gemahlenen Nüssen vermischen und etwas durchziehen lassen. Fett schaumig rühren und Eier zugeben. Mehl mit Backpulver mischen und gesiebt abwechselnd mit lauwarmer Milch einrühren. Das Apfel-Nuß-Gemisch vorsichtig unter den Teig heben. Die fertigen Waffeln mit Zimt und Zucker bestreut servieren.

Obatzda

Zutaten

  • 250g Camembert
  • 100g Doppelrahm-Frischkäse
  • 80g Butter
  • 2 Zwiebeln
  • Bier oder Wein
  • Salz, Pfeffer, edelsüßer Paprika

Zubereitung

  • Den Camembert schälen und zerdrücken.
  • Mit dem Frischkäse und der Butter vermengen.
  • Die feingehackten Zwiebeln unter die Käsemasse mischen.
  • Mit ein wenig Wein oder Bier geschmeidig rühren und mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.

Tips

  • Als Beilage passen Brezeln, Salzstangen oder kleine Salzbrezeln.
  • Es wird zwar auch Brot dazu gegessen, ich persönlich finde diese Variante aber nicht besonders gut.
  • Ob man die Käsemasse mit Wein oder Bier glattrührt, sollte man davon abhängig machen, was man dazu trinkt. Wein gibt einen feineren Geschmack.

Noch erwähnenswert

Dieser Obatzda hat sich einmal als eine suoer Grundlage für eine ausgedehnte Feuerzangenbowle erwiesen. Auch wenn man auf den ersten Blick nicht glaubt, daß das paßt.

Käseöhrchen

Zutaten

  • 300g Tiefkühl-Blätterteig
  • 1 Ei
  • 80g Crème fraiche
  • 120g geriebener Parmesan
  • 6 Scheiben gekochten Schinken
  • 1 Bund Petersilie
  • Muskat, Cayennepfeffer, Pfeffer

Zubereitung

  • Platten auf 38×25 cm Rechteck auswellen
  • Ei, Crème fraiche, Parmesan und gehackte Kräuter verrühren und mit Muskat, Cayennepfeffer und Pfeffer kräftig würzen.
  • Teig damit bestreichen und mit Schinken belegen.
  • Die beiden Längsseiten zur Mitte hin aufrollen.
  • Rolle in 1 cm breite Scheiben schneiden.
  • Die Scheiben auf ein Blech mit Backpapier legen und bei 220 Grad 10 bis 15 Minuten backen.

Tips

  • Theoretisch lassen sich die Käseöhrchen ein paar Tage in einer Keksdose aufbewahren. Man kann also nicht nur die Partygäste, sondern vielleicht auch die Kollegen damit begeistern.

Noch erwähnenswert

Die Käseöhrchen lassen sich für eine Party gut am Tag zuvor vorbereiten.

Guacamole à la Jens

Zutaten

  • 1 Avocado (möglichst reif)
  • 250 g Schmand
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 Zitrone
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Avocado schälen und den Kern entfernen. In den Mixer geben.
  • Die Knoblauchzehe in den Mixer ausdrücken, den Schmand dazugeben.
  • Alles gut durchmixen, bis kein Brocken mehr übrig ist und mit Salz, Pfeffer und dem Saft der halben Zitrone abschmecken.

Noch erwähnenswert

Eine gute Freundin hat mir dieses Rezept mal beigebracht. Mittlerweile macht sie es kaum noch, ich habe es auch schon mal zu Partys mitbringen „müssen“. Man kann diese tomatenfreie Guacamole sowohl mit Nachos als auch mit Brezeln essen. Frische Brezeln passen super dazu !

Grüne Soße

Zutaten

  • Kräutermischung
  • Schnittlauch
  • Kerbel
  • Kresse
  • Pimpinelle
  • Sauerampfer
  • Borretsch
  • Dill
  • Estragon
  • Zitronenmelisse
  • Petersilie (glatt oder/und kraus)
  • Masse
  • 3 Becher Schmand
  • 2 Becher Joghurt
  • 1-2 El. Senf
  • etwas Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Die Kräuter fein hacken, in eine Schüssel geben und mit Schmand und Joghurt vermengen. Mit Senf, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Wenn die Soße ein bis zwei Stunden vor dem Verzehr zubereitet wird, können die Kräuter auch noch durchziehen.
  • Als Beilage empfehlen sich ein paar hartgekochte, noch warme Eier, sowie genügend Kartoffeln.

Tips

  • Die Kräutermischung gibt es meist fertig zu kaufen. (Ansonsten: Von jedem eine handvoll.)

Noch erwähnenswert

Diese Variante der Grünen Soße darf man auf keinen Fall mit der „Frankfurter Grünen Soße“ verwechseln. Bei der Frankfurter Variante weden die Kräuter ganz fein püriert und mit Mayonnaise vermischt (igitt). Sie ist nur eine Soße zu Rindfleisch.

Meine Version ißt man sowohl in Mainz, als auch in Kassel. Im Schwalm-Eder-Kreis (Nordhessen) ißt man zudem auch noch ausgelassenen mageren Speck (woanders heißt das Dörrfleisch) dazu. Mich stört dieser hier aber, denn m.E. sind die Kräuter die Haupdarsteller dieses Rezeptes und sollten durch nichts in den Hintergrund gedrängt werden.

Es gibt auch Grüne Soße in der Tiefkühltruhe zu kaufen. Ich habe mal einen „Selbstversuch“ gemacht und nach ein paar wenigen Gabeln die Masse weggekippt. Der Geschmack war eklig. Keine Ahnung, was die da dran gemacht haben, aber die korrekte Kräutermischung war es nicht.